Buch 
9 (1867) Handbuch der physiologischen Optik / H. Helmholtz
Entstehung
Seite
VII
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VORREDE.

VII

Was die literarischen Uebcrsichten betrifft, die nach dein Plane der Ency-klopädie verlangt wurden, so habe ich sie so gut gegeben, als ich bei den mirzu Gebot stehenden Hilfsmitteln konnte. Die neuere Literatur wird ziemlichvollständig sein; die ältere habe ich vielfach aus secundärcn Quellen Zusammen-tragen müssen und kann für ihre Genauigkeit keine Garantie übernehmen.Die Ausarbeitung einer wirklich zuverlässigen Geschichte der physiologischenOptik würde eine Arbeit sein, die die Zeit und Kraft eines Forschers für langeJahre in Anspruch nähme, und das entsprechende Interesse würde sie docherst haben, wenn der Zustand der Wissenschaft selbst ein reiferer wäre, alser jetzt ist.

Mein Hauptstreben bei der Ausarbeitung des vorliegenden Buches ist esgewesen, mich durch eigenen Augenschein und eigene Erfahrung von der Rich-tigkeit aller, nur einigermassen wichtigen Thatsachen zu überzeugen. DieMethoden der Beobachtung habe ich stets in derjenigen Ausführungsweise be-schrieben, welche mir die zuverlässigste zu sein schien, und wo dieselben vonder Methode des Entdeckers abwcichcn, bitte ich darin nicht eine unmotivirteSucht nach Neuerungen zu sehen.

Mögen sachverständige Richter die Schwierigkeit und Weitläuftigkeit derAufgabe, die zu lösen war, berücksichtigen, wo sie das ihnen hier übergebeneBuch zu tadeln finden sollten.

Heidelberg , im Dccembcr 1860.

II. Helmholtz.