Buch 
9 (1867) Handbuch der physiologischen Optik / H. Helmholtz
Entstehung
Seite
4
JPEG-Download
 

4

AXATOMiSCHK liKSClIRI-IBliMi DES AUGES.

§ 2-

wenigstens annähernd einem Rotationskörper mit dieser Axe entspricht. Einedarauf senkrechte Ebene, welche durch die grösste Weite des Augapfels geht,nennt man dagegen die Ae qua torial ebene.

Ich werde im Folgenden eine Beschreibung der einzelnen Theile des Augesgehen, dabei aber natürlich nur so weit in Einzelnheiten gehen, als es für dasVerständniss der Functionen des Anges nothwendig ist.

Für die vergleichende Anatomie und Physiologie des Sehorgans sind die Hauptwerke :

.1. AIÜLLEn zur Physiologie des Gesichtssinnes. Leipzig 1820. S. 315.

R. Wagner Lehrbuch der vergleichenden Anatomie. 1835.

J. Müller Handbuch der Physiologie des Menschen. Coblenz 1810. Bd. 11. S. 305.

R. Wagner Lehrbuch der speciellen Physiologie. 1843. S. 383.

v. Siebold und Stannius Lehrbuch der vergleichenden Anatomie. Berlin 1848.

Bergmann und Leuckart Anatomisch-physiologische Uebersicht des Thierreiehs. Stuttgart 1852.

Als allgemeine Lehrbücher für den Bau des menschlichen Auges :

Th. Sömmerring Abbildungen des menschlichen Auges. Frankfurt a. M. 1801. Lateinisch

ebenda.

C. F. Th. Krause Handbuch der menschlichen Anatomie. Hannover 1842. Bd. I. Th. II.

S. 511551. Die ältere Literatur der Anatomie des Auges ebenda. S. *33 745.

E. Brücke Anatomische Beschreibung des menschlichen Augapfels. Berlin 1847.

W. Bowman Lectures on the parls concerned in the operations on the eye and on the structure

of the retina and the ritreous hnmour. London 1849.

A. Kölliker Mikroskopische Anatomie oder Gewebelehre des Menschen. Leipzig 1854. Bd. 11

S. 605. Neuere Literatur ebenda. S. 734 736.

8. 2. Sclmenhaut und Hornhaut.

O

Die Sehnenhaut des.Auges (cxXijpöv, tunica albuginea, sclerotica , dura,harte Haut) umschliesst den grösseren Theil des Augapfels, bedingt seine Ge-stalt und schützt ihn vor äusseren Einwirkungen. Ihre äussere Form weichtmerklich von der einer Kugel ab; ihre hintere Seite ist nätnlieh abgeplattet, undim Aequator wird sie oben und unten, rechts und links durch den Druck dergeraden Augenmuskeln etwas eingedrückt, während sie sieh zwischen diesenStellen stärker hervorwölbt. Der grösste Durchmesser liegt bei den meisten In-dividuen von der Nasenseite und oben nach der Schläfenseite und unten. Vornnimmt die Selmenhaut die stärker gewölbte Hornhaut in sich auf, hinten undetwas nach der Nase herüber ist sie durchbohrt, um den Sehnerven (Nervus opticus ) Fig. t. d eintreten zu lassen, und geht hier in dessen sehnigen Ueber-zug über. Die Sehnenhaut ist hinten und vorn dicker als in dem Aequator des* Auges, wie dies die Figur zeigt. Die vordere Verdickung wird dadurch bedingt,dass die Sehnen der Augenmuskeln sich an die Selmenhaut anlegen und mit ihrverschmelzen. Bei m ist der Ansatzpunkt des inneren, bei n der des äusserengeraden Augenmuskels.

Das Gewebe der Sehnenbaut ist Sehnengewebe; es .ist weiss, wenig durch-scheinend, biegsam, fast unausdehnbar. Seiner chemischen Beschaffenheit nachgehört es zu den leimgebenden Stoffen. Mikroskopisch besteht es aus einemäusserst dichten und straffen Geflechte von Bindegewebsfasern, welche meist derOberfläche parallel verlaufen, und daher eine unvollkommene Spaltbarkeit der Hautin Lamellen zulassen. Dazwischen liegt, wie in anderen Sehnen, ein Netzwerkäusserst feiner elastischer Fasern, welche an den Stellen, wo sich ursprünglichihre Bildungszellen befanden, Verdickungen mit Kernrudimenten zeigen.