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9 (1867) Handbuch der physiologischen Optik / H. Helmholtz
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ZWEITER ABSCHNITT. DIE LEHRE VON DEN CESICIITSEMPFINDü.NGEN.

§ 18.

Wirklich« Grösse der Grenze des Raum-Zahlen in Mm. winkeis.

Verhältniss des Zahlenwinkels dividirt durch denRaumwinkcl.

Minimum.

Maximum.

Mittel.

26

26

13

7

6

II

9,7

In der zweiten Coluinne ist als Grenze des Rautnwinkel.s derjenige Werth des-selben angegeben, bis zu welchem die Messung ging, oder wenigstens nabebincoustnnte Vcrhältnisszahlen lieferte. Die letzte Coluinne zeigt, dass das Ver-hältniss zwischen Zahlcnwinkcl und Raumwinkcl steigt, wenn die wirkliche Grösseder Zahlen sich verkleinert. Dieses letztere Factum ist sehr räthsclhaft. Sollteder Mechanismus der Accomniodation die peripherischen Theilc der Netzhaut ver-ändern? Aubert macht die Annahme, dass die Stäbchen beim Fernsehen in denRandtheilen der Netzhaut sich schief stellen und dadurch den normalen Gang derLichtstrahlen hemmen.

Die zweite Methode der Untersuchung wurde mittels des in /%. /0,7 abgc-bildctcn Apparats bei gewöhnlichem Tageslichte ausgeführt. A ist ein weiss

lackirtcr Riechstreifen von 0,3Meter Länge und 0,05 MeterBreite, welcher nach Art derFlügel einer Windmühle um dieAxe u gedreht werden kann.Der Blechstreifen mit seiner Axclässt sich au einer verticnlen Stahl-stange ß auf- und abschicbcu,welche auf einem Brettchen Cbefestigt ist. Am anderen Endedes Brettchens, gegenüber derAxc des Blechstrcifens, befindetsich das eine Auge des Beob-achters, während sein anderesAuge durch den schwarzen Papier-schirm D verdeckt ist, welcher

Fig. 105.

an einem llolzstabe d so befestigt ist, dass er nach links und rechts gedrehtwerden kann. Die Axe des Blechstreifens ist 0,2 M. von dem Mittelpunkte derGrundlinie beider Augen des Beobachters entfernt. Das Brettchen C hat unten eineHandhabe.

Bei den Versuchen legte der Beobachter die Nase an den llolzstab rf, ver-deckte mit dem Schirm das eine Auge, stützte sein Kinn auf das Brett vor demSchirm und stellte die Axe der Blechtafel in gleiche Höhe mit den Augen. Nunfixirte er den Mittelpunkt der Tafel (oder die Spitze ihrer Axe) unverwandt, undschob allmälig von der Seite her in den Falzen der Blechtafel eine weissc Karte(b) mit 2 Punkten nach dem lixirten Punkte hin. Sobald er, bei ununterbrochenfester Fixation, mit den seitlichen Theilen der Retina die zwei Punkte unterschied,hielt er die Karte fest und las die Entfernung der beiden Punkte von dem Fixations-punkte an einer Metereinthcilung, welche sich au den Falzen der Iilcchtafel befand,ab, und dies wurde für verschiedene Neigungen der Blechtafcl gegen den Horizont