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ZWEITER ABSCHNITT. UIK I.KHHK VON DEN GESICHTSEMI’EINDLNfiEN.
§. tu.
mit der grossen Ausdehnung des ultravioletten Spectrum. Der Streifen rothenLichts, welcher jenseits der Linie A hiiizukommt, hat etwa die Breite des Ab-standes AII. Der Farbenton des Roth ist bis zum iiussersten linde hin unver-ändert, und nähert sich keineswegs dem Purpur.
Am rothen linde reicht nun aber in der Tliat das Sonnenspectrum weiter,als es vom Auge wahrgenommen wird. Bisher hat man die Anwesenheit solcheriiberrothen Strahlen nur durch ihre Wärmewirkungen wahrnehmbar machenkönnen, und sie deshalb dunkle Wärmestrablcn genannt. Da sie vom Glase,Wasser und vielen anderen durchsichtigen Substanzen stärker als die leuchten-den Strahlen absorbirt werden, so muss man Steinsalzprismen und Steinsalz-linsen anwenden, um die ganze Ausdehnung des dunkeln Wärmespectrum kennenzu lernen. Im prismatischen Spectrum ist die Breite des dunkeln Wärme-spectruin jedenfalls eine beschränkte, weil nämlich, der Theorie der elastischenActhcrschwingungen gemäss, bei zunehmender Wellenlänge der Strahlen dieBrechung sich einem Minimum nähert, welches nicht überschritten werden kann.
und bei welchem dieDispersion der Farben auf-hört. In Fig. 107 sind alshorizontale Abscisscn dieWellenlängen aufgetragen,und zwar von einem An-fangspunkte an gerechnet,der von II ebenso weitentfernt liegt wie der Punktb, aber in der Verlän-gerung der Linie bll.Die Buchstaben II bis IIentsprechen den Fraun-HOFEK'schen Linien und
E
D,
C,
B,
j, ihrer Stellung in einem
ff
F E D
Fi,/. 167.
Intcrferenzspectrum. Alsverticale Coordinaten sind
die Brechungsverhältnisse für eines der von Fraunhofer benutzten Flintglas-prisinen aufgetragen.
Linie II C f> F F G II
Brechungsverhältniss 1,6277 1,6297 1,6350 1,6420 1,6483 1,6603 1,6711
Die Buchstaben B, bis //, bezeichnen die Stellung der dunkeln Linien indem Spectrum dieses Flintglases. Die Grundlinie Hb entspricht dem Brechungs-verhältniss 1,6070. welches für diese Glasart das Minimum ist, dem sichbei steigender Wellenlänge die Brechungsverhältnisse asymptotisch nähernmüssen L Die punktirte Curve 11,(1 drückt also die Brechbarkeit der Strahlenals Function der Wellenlänge aus, sie würde bei weiterer Fortsetzung sich