780 Zweke Abtheil. Fünftes Capitel.
§. 41.
Ausser den uralten Schichten findet man an einigen Ortenandere, welche das Merkmal eines geringelt Alters an sichhaben. Von der Art sind die Ausfüllungen in den Thalern durchdie Wegspühlungen der Höhen; die Erhöhungen der Oerter vomFlugsand, vermoderten Materien u. dgl. wovon an einem andernOrte geredet werden soll. Hier will ich nur anmerken, daß sieselten so ordentlich sind, als die uralten Lagen, und keine Mee-resreste hegen, wo nicht einige von dem nahe liegenden Bergenlosgerieben worden. Ein paar Proben kann diesmal genug seyn.Bey Langensalza in Thüringen findet man an einigen Stellenunter der Dammerde zuerst einen talkartigen röhrichken Tupfstein,und an andern einen feinen meisten und mit Flußschnecken ver-mengten Sand. Hierunter liegt ein Lager festeren Steins, dar-auf folgt entweder ein röhrichter Stein oder Sand, auch an eini-gen Stellen ein leerer Raum.. Unter allen diesen kommt manwieder auf eine festere Steinbank, sodann auf eine losere oderSand: daraufkommt Torf, welcher aus Blättern, Baumrin-de, Holz, Wurzeln, Flußfchnecken u. dgl. bestehet, endlichkommt man auf gelben Sand, und zuletzt auf eine mit Meeresre-sien vermengte graue Walkerde Die Steinlagen sind vonungleicher Mächtigkeit, von 6 bis 12 Fuß, und beherbergen Fluß-^fchnecken, Knochen, Hirnschedel, Pffaumenkerne, Kornähren«. m. Solche Schichten erstrecken sich unter der ganzen Stadtbis zur Unstrut, vor welcher Alabaster und Kalkstein liegt, wel-che mit Grunde für die Mutter derselben angesehen werden. Be-sonders ist es, daß man keine Meercöreste trifft, ehe man Thonerhält, welcher hier das äusserste von den uralten Betten ist. InModena werden beym Graben in einer Tiefe von sz Fuß Ueber-bleibsel von alten Gebäuden gefunden, darunter harte Erde, dannSchlamm mit einer Art Binsen, worauf man in 4 z Fuß Tiefeeine meiste und schwarze Erde mit Laub, Acste, trübes Wasser
trifft,
«) L. S. Schober Hamb. Magazin B. VI. S. 441-445-