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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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und lang. Zudem herrschte kein Ebenmaass im ganzen Bau, dieplumpen Thiere besassen weder Temperament, noch Dauer undKraft ; bei grosser Trägheit zeigten sie sich bösartig und störrisch.Sie wurden weniger zum Gebrauch, als der Milch, des Fleischesund der Häute wegen gehalten, und desshalb auch nicht die ge-ringste Sorgfalt auf sie verwendet. Ein tiefliegendes, nasses,morastiges Land, feuchte Temperatur und Kälte lassen ohnehinkeine gute Pferdezucht aufkommen, wenn nicht die unausgesetz-teste Sorgfalt des Menschen jenen Hindernissen und schädlichenEinflüssen Vorbeugen will und kann.

Ganz anders eignen sich die trockenen Hochebenen Asiens ,Arabien, Persien , selbst noch die Tartarei, Kleinasien und vieleTheile von Afrika zur Zucht der Pferde. Alle Länder, die hochüber dem Meere liegen, ein trockenes Clima, nahrhafte, wenn auchnur wenig Futterkräuter und eine reine Luft haben, sind diepassendsten für eine erfolgreiche Zucht edler Pferde; solche Län-der aber sind vor allen Arabien und Persien . Im ersteren kommtnoch die Liebe des Arabers zu seinem Ross, seine stete Sorgfaltfür dasselbe, ein festes System bei der Züchtung, nach welchemnur das Edelste zusammen gepaart wird, hinzu, um das arabischePferd unter allen orientalischen Racen am höchsten zu stellen.

Wo auch in einem europäischen Staate die einheimische Pferde-race verbessert und veredelt ward, geschah es von frühester Zeitan durch orientalisches Blut, durch Kreuzung orientalischer Hengstemit Landesstuten, in geringerm Grade auch durch orientalischeReinzucht. Wenn wir den alten Geschichtschreibern keinen un-bedingten Glauben bezüglich jener Behauptung schenken wollten,so müsste uns der eigne Augenschein von der Richtigkeit dersel-ben überzeugen. Wenn man die veredelten Racen genau betrach-tet, so wird man in denselben stets orientalisches Blut in höherem