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oder minderem Grade vorherrschend finden. Mit der Zeit hat sichdiess, besonders wo für die Zucht wenig getlian und dieselbe nieaufgefrischt ward, zwar mehr und mehr verloren, Spuren davonsind jedoch immer geblieben. Einen andern Beweis für die ge-ringe Güte, die hässlichen Formen und das Plumpe der früherenPferde in Europa liefern die Monumente und bildlichen Darstel-lungen von ihnen, die aus jenen Zeiten auf uns gekommen sind,Statuen, Basreliefs, Münzen und Freskomalereien. Wir findenderen in Aegypten , Griechenland , Italien u. s. w. wie aus spätemZeiten Gemälde berühmter Meister, die wahrscheinlich nach derNatur gezeichnet und nicht absichtlich grobe und plumpe Pferde habendarstcllen wollen. Die Pferde auf griechischen Monumenten, dieBasreliefs am Parthenon vor Allem, die grossentheils in derElgin'schen Sammlung sich befinden, wie die beiden colossalenStatuen des Phidias und Praxiteles, die auf dem Monte Cavallo zuRom stehn, und vieles Andere, was bezüglich der Gestalt derPferde aus einer längst verschwundenen Zeit auf uns gekommen ist,lässt uns erkennen, dass die ursprüngliche europäische Race plumpund nichts weniger als schön gewesen sei, denn sie besass einendicken Hals, grossen Rumpf, eine niedrige Croupe, einen tief ange-setzten Schweif, dicke Füsse und lange Haare an den Fesseln. Wirerkennen aus jenen alten Darstellungen zu gleicher Zeit, wie nachund nach ein edlerer Typus in die Pferdearten Griechenlands undItaliens gekommen, die Köpfe werden edler und orientalischenVorbildern nachgeahmt und selbst die übrigen Körperformen er-halten mehr Uebereinstimmung, obwohl sie noch immer zu mas-senhaft und unedel bleiben. Aus jenen alten Monumenten ersehenwir ferner, dass das Pferd des Alterthums weder grösser nochkräftiger gewesen, als das unsrige, eine Behauptung vieler Natur-forscher und Hippologen, die von einer allgemeinen Degeneration