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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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aller Geschöpfe und Dinge vollkommen überzeugt sind. Das Ver-hältnis zwischen den Menschen und allen umgebenden Gegen-ständen und den Pferden des Alterlhums, die Grösse, die Bauartder letztem, wie wir sie dargestellt sehen, lassen leicht erkennen,dass dieselben weder grösser noch stärker waren als die heutigenRacen, unter denen man allerdings die verschiedensten Abstufungen,von den grössten bis zu den kleinsten, findet. Ich möchte im Gegen-theil behaupten, dass durch Pflege, reichliches Futter, und durch dieKunst der Züchtung Pferdearten gebildet worden, die bei weitemgrösser und kräftiger und massenhafter sind, als die stärksten desAlterthums, dass es damals keine solchen Colosse gab, wie der-malen die schweren englischen Karrengäule, die niederländischen,normannischen, burgundischen und andere schwere Zugpferde mehr.

Durch orientalische Pferde wurden die europäischen veredelt,das berichten uns alte Geschichtschreiber, das zeigen uns die aufuns gekommenen Denkmäler des Alterthums, das lässt uns derAugenschein erkennen. In allen edleren Pferden ist eine Beimischungdes morgenländischen Blutes unverkennbar, der kleine trockeneKopf, die feurigen Augen, die leichte, kräftige Gestalt, die sehni-gen Fiisse, die harten Muskeln, die festen Knochen und das schöne,kurze Haar. Bald findet man mehr, bald weniger von diesenüberzeugenden Anzeichen, von diesen Vorzügen und Schönheiten,wie es die Natur der Sache mit sich bringen muss. Denn auchim Orient gibt es verschiedene Rapen und aus den verschieden-sten Ländern des Orients wurden Pferde nach Europa gebracht.

Zuerst geschah dieses in frühester Zeit, wo die Geschichtenoch ungewiss und dunkel, aus Aegypten , Phönizien und Klein­ asien nach Griechenland , welches unter allen europäischen Län-dern zuerst aufblühte, Kunst und Wissenschaft und die feinerenGenüsse des Lebens bei sich heimisch machte und weiter verbrei-