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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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tete. Griechenland führte orientalische Pferde ein , wie uns seineGeschichtschreiber und seine Denkmale lehren. Und wahrschein-lich geschah dies schon vor den Perserkriegen, sicher aber wäh-rend und nach denselben. Xerxes hatte über 80,000 Pferde beiseinem immensen Heere, welches er nach Griechenland führte:viele von denselben blieben zurück, viele Thiere von ähnlicherArt, deren Trefflichkeit bekannt geworden, wurden in Kleinasien erbeutet oder angekauft und nach Griechenland geführt, wo dasherrliche Clima, die reine Luft und der fruchtbare Boden zurPferdezucht sich vorteilhaft eigneten. Die Griechen hielten diePferde hoch, sie bedienten sich ihrer zum Reiten und vor leich-ten Wagen, und bei den vielfachen Spielen zu Ehren ihrer Göt-ter wurden Wettfahrten und Wettrennen gehalten. Cimon liesssich neben den Pferden begraben, die ihm zu öfteren Malen denSieg in den olympischen Spielen gewonnen hatten.

Nach Rom und Italien kam das edlere Ross theils aus Grie­ chenland , theils aus Kleinasien und Aegypten , als die römischeRepublik ihre Macht ausgedehnt hatte und vermittelst ihrer Flot-ten auch auf dem Mittelmeere herrschte theils aber und vor-zugsweise aus dem nördlichen Afrika und Spanien . In denKriegen mit den Carthagern hatten die Römer die trefflichenumidische Reiterei kennen gelernt, sie bemühten sich einegleich tüchtige den Feinden entgegen zu stellen und da warnichts natürlicher, als sich dieselben Pferde zu verschaffen. Imcarthagischen Reiche blühte die Pferdezucht schon zu dama-liger Zeit und ist zu allen Zeiten in den Küstenstaaten desnördlichen Afrika bedeutend gewesen. Die Carthager hatten ihredles Pferdegeschlecht nach Spanien verpflanzt, von dessensüdlichen Provinzen sie einen grossen Theil erobert hatten.Rom besiegte nach langen und blutigen Kriegen Carthago, und