bemächtigte sich auch der Colonieen jenes heldenmüthigen, aberunglücklichen Staates; sonach fand es von jener Zeit an Gelegen-heit sich mit den edlen nordafrikanischen (den numidischcn, denheutigen Berberrossen) und den hochveredelten spanischen Pfer-den in reichlichem Maasse zu versehn, wie es durch seine nach-maligen Eroberungen sich grosser Theile von Asien und Afrika ,in denen es der trefflichsten Pferde so viele gab, bemächtigte,„ und von dorther sich seinen Bedarf an diesen Thieren verschaffenkonnte. Auf die Fortzucht, die Acclimatisirung und Veredlung derfremden Racen verwendeten jedoch die Römer nicht gar grosseMühe, wie uns tlieils ihre Schriftsteller berichten, theils der Zu-stand ihrer inländischen Pferdezucht von jeher gelehrt hat.
Sonach sehen wir, dass in dem europäischen Süden durch orien-talisches Blut die Landesracen veredelt wurden, dass diess beson-ders in den am mittelländischen Meere gelegenen Küstenländern derFall war; namentlich in Griechenland , in Italien , in Spanien , selbst ineinigen südlichen Provinzen Frankreichs ([an der spanischen Grenzeund in der Gegend von Marseille ) und auf mehreren Inseln des Mittel-meeres. Die Nähe, in welcher sich die genannten Länder zu denKüsten Nordafrika’s und zu Kleinasien befanden, und noch mehr dieHerrschaft der Römer, die sich über grosse Theile Asiens und Afrika’s erstreckte, verschaffte diesen eine genauere Bekanntschaft mit demorientalischen Pferde und seinen Vorzügen und machte den Besitzund die Zucht desselben wünschenswert^ So wurde die Pferderace inden genannten südlichen Ländern Europa’s durch Hinzuziehung dermorgenländischen Racen verbessert und veredelt, während diePferdezucht im nördlichen und östlichen Europa noch tief dar-niederlag. Die Scythen und Sarmathen drangen in jene Länderein, und wenn wir auch annehmen, dass das Pferd daselbst schonfrüher bekannt war und gezüchtet wurde, so lässt sich doch fast