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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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sich zu allen Zeiten nur wenig befassten, so haben wir es haupt-sächlich nur mit den Hirtenvölkern,' den wandernden Stämmen,den Beduinen der Wüsten zu thun, denn sie sind und waren es,die das edelste Pferd besassen und fortpflanzten.

Die Menschen im Orient sind massiger, abgehärteter, muskel-kräftiger, als die Abendländer, mag man auch unter ihnen nichtso colossale, wohlgenährte Gestalten erblicken, als unter diesen.Die grosse flitze, Gewohnheit und oft auch Mangel sind die Ur-sachen zu jener kaum glaublichen Massigkeit, bei welcher dieMorgenländer gesund, kräftig, ausdauernd und zufrieden sind.Wenn sie daneben einen hohen Grad von Trägheit und Indolenzbesitzen, so bringt diess das Clima , ihre Lebensweise, das Geringeihrer Bedürfnisse mit sich. Gilt es jedoch, so ist der Orientalethätig und ausdauernd, erträgt ohne Murren und Nachtheil Hitze,Hunger, Durst und die grössten Beschwerden, denen der ver-wohnte und nicht so abgehärtete Abendländer bald erliegen würde.Was nun aber von den Menschen im Oriente, gilt mit geringenAusnahmen auch von den dort lebenden Thieren. Das Clima , dietrockene, reine Luft, die Art der Nahrung, Gewöhnung, häufigerMangel am Nöthigslen, ein stetes Hin- und Herziehen sind dieUrsachen, welche auf Mensch wie Thier gebieterisch einwirken, dasWachslhiun und die üppige Ausbildung des Körpers zwar be-schränken, dagegen feste Muskeln, stramme Sehnen, eiserne Kno-chen, Kraft und Ausdauer verleihen. Menschen wie Thiere desOrients sind nicht so gross, so massenhaft, so wohlgenährt, alsdie Menschen und Thiere derselben Art in Europa ; für ein heissesClima würde zu viel Fleisch und Fett hinderlich und schädlich, dieGewöhnung an viele Nahrungsmittel häufig nicht zu befriedigen sein.

Der Typus der orientalischen Pferde (wie derjenige des dor-tigen Rindviehs, der Kameele, Schaafe und anderer Thiere} ist