daher in der Regel — und man kann nur von der Regel spre-chen — kleiner, aber kräftiger als der Typus derjenigen Pferde,die weiter im Norden, oder in fruchtbareren, üppigeren Ländern, ineinem weniger heissen Clima leben. Diese Behauptung müssenwir als ausgemacht festhalten; finden wir auch bei einigen Pferde-racen und andern Thierarten des Orients Ausnahmen, so befindensich ersiere sicherlich in sehr fruchtbaren Provinzen und letzterewerden dem Orient und heissen Zonen ganz eigenthümlich sein.
Nach diesen allgemeinen Yoraussendungen gehen wir speciellzu dem orientalischen Pferde, zu den verschiedenen Racen des-selben über, und wenden uns zu diesem Ende zunächst nach denLändern Asiens , wo in altern Zeiten die Pferdezucht blühte undgrossentheils noch jetzt blüht. Wir betrachten zuerst das per-sische Pferd, welches in frühester Zeit schon bekannt und von jeherwegen seiner Trefflichkeit geschätzt war. Als man von arabischenPferden noch nichts wusste, galt schon viele Jahrhunderte langdas persische als das edelste, schönste und tauglichste Ross, dessensich die Fürsten und Feldherrn am liebsten bedienten. Herodot ,Xenophon, Strabo u. A. m. erwähnen der persischen Pferde als derbesten und geschätztesten des Alterthums, Alexander der Grosse bediente sich, wie uns gleichzeitige und spätere Geschichtschreiberberichten, vorzugsweise persischer Pferde, die persische Reitereigalt als die erste und beste in jener frühen Zeit. Und was unsdie alten Autoren von den persischen Pferden sagen, von ihrerGestalt, von ihren Vorzügen, von der Art, wie sie gehalten, ge-züchtet, aufgestellt und benutzt wurden, passt noch heute auf die-selben, ein neuer Beweis, wie bei den Orientalen sich so wenig .im Laufe der Zeit geändert hat. Vegez beschreibt uns (400n. Chr.) das persische Pferd ungefähr mit folgenden Worten:„Die besten Reitpferde liefert Persien , sie sind zwar tlieuer, haben
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