kenen Volke weder Treue noch Glauben schenken. Wahre Gast-freundschaft, Redlichkeit und Wahrheitsliebe, sonst die gepriesenenVorzüge der Söhne der Wüste, findet man zur Zeit nur aus-nahmsweise. Desshalb ist so schwer, das Innere Arabiens zubereisen und kennen zu lernen, und fast eben so schwer, trotzder Versicherungen und beigebrachlen Certificate der dortigenPferdezüchter und Pferdehändler, ganz edle, erprobte Thiere vonunvermischter Race und ohne Fehler zu erlangen. Denn anseinem Pferd, an seiner geliebten Stute hängt der Beduine mitaller Liebe und ganzer Seele; er kennt nichts Höheres, nichtsEdleres, weder Religion, noch Weib und Kind.
Die trefflichsten, edelsten und zahlreichsten Pferde Arabiens(wobei zu bemerken, dass auch die in den Nachbarländern, inMesopotamien, Syrien, Palästina und Irak -Arabi ansässigen oderherumschweifenden Beduinen-Araber eine bedeutende Menge edlerarabischer Pferde besitzen und deren Züchtung eifrig betreiben)findet man in dem sogenannten wüsten Arabien, welches dieLandschaften und Wüsten von Irak , EI-Dschesira, Nedschid undHadschar in sich fasst. Diese Provinzen sind das wahre Vaterlandder edelsten Pferderace, und hierüber sind die zuverlässigstenReisenden einig, obwohl einige derselben zu der grossen arabischenWüste noch die von Syrien und Mesopotamien hinzurechnen.Der grosse Stamm Aenese an der syrischen Grenze zeichnet sichdurch die trefflichste Zucht und den Besitz einer grossen Anzahlvon Pferden besonders aus. Auch die Pferde der Wüste Irak sind trefflich und nicht minder diejenigen in der grossen Land-schaft Nedschid, die von Vielen sogar die edelsten unter allengenannt werden, wie Nedschid selbst das ächte Stammland derbesten Race. Auch in der Landschaft Hadschar, die fruchtbarist, und wo zur reichlichem Fütterung der Pferde Klee gebaut