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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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63
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Arabien viele Pferde aus dem wüsten und selbst aus Nubien ein.In den Landschaften Hadramut, Oman u. a. m., die im glücklichenArabien liegen, gibt es nur wenige und keine ausgezeichnetenPferde, sonach dürfen wir, was Arabien, mit Ausnahme von Sy­ rien , Mesopotamien , Palästina und Irak -Arabi betrifft, mit Fugund Recht annehmen, dass es in den Theilen und Ländern, dieman das wüste Arabien oder die grosse Wüste nennt, die edelstenund meisten Pferde gibt; edler und von reinerem Blute als die-jenigen, die im übrigen Arabien und in den genannten Nach-barländern gezüchtet werden, obwohl die Zahl der in den letzterenbefindlichen diejenige in Arabien selbst um das Doppelte über-steigen mag.

Ueber die Zahl und Menge der im gesammten Arabien be-findlichen Pferde sind sehr verschiedene Meinungen aufgestellt.Manche Reisende, die sicherlich jedoch nicht alle Provinzen desgrossen Reiches genau kannten und selbst durchreist hatten, gebendie Anzahl aller arabischen Pferde sehr niedrig an; andere wie-derum um das Zehnfache höher. Es steht fest, dass Arabiennicht so viele Pferde besitzt, als man gewöhnlich glaubt und derGrösse des Landes, der Trefflichkeit der dortigen Racen, derLiebe der Eingebornen, zumal der Wüstenbewohner und der no-madischen Stämme, zu diesen Thieren einerseits und andererseitswegen der grossen Vortheile annehmen dürfte, die sie aus derausgedehnten Zucht derselben ziehen. Der Mangel an Futter undan Wasser, die Gewohnheit, nur ganz edle Thiere zu paaren,ferner der Umstand, dass man das Pferd nur zum Reiten benütztund die Hengste ganz jung verkauft, tragen allerdings sehrviel dazu bei, dass die Zahl der Pferde in Arabien nicht soausgedehnt ist und sein kann. Manche Provinzen besitzen deren,wie wir gesehen, fast gar keine, andere in sehr geringer Zahl;