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Wir kommen jetzt auf einen wichtigen Tlieil der arabischenPferdezucht, auf die verschiedenen Racen, oder, da die arabi-schen Pferde insgesammt nur eine Race bilden, auf die verschie-denen Stämme oder Geschlechter derselben, lieber diesen Punktist viel gestritten und viel Verschiedenes und Abweichendes auf-gestellt und behauptet worden. Wir wollen hier nur von demGlaubwürdigsten und Wahrscheinlichsten sprechen, was uns diezuverlässigsten Reisenden milgetheilt haben, da wir uns auf dieAngaben und Versicherungen der Araber selbst nicht verlassendürfen. Der Araber, der ein Pferd verkaufen will, ist sehrfreigebig mit den rühmendsten Anpreisungen und eidlichen Be-theucrungen der reinen Race, der hohen Abstammung des frag-lichen Thieres, er gibt die edelsten Vorfahren an, bringt schriftlicheund mündliche Zeugnisse und beruft sich auf Allah und den Pro-pheten. Dennoch sind aber Rist alle Zeugnisse, Stammbäume, r
Geschlcchtsregisler u. s. w., die mit arabischen Pferden nachEuropa gekommen sind, enviesenermassen falsch. Die Araberund die Beduinen wissen jedoch sehr wohl, dass die Europäer aufsolche Certificate viel geben, und desshalb lassen sie dieselbenanfertigen. Geschriebene Geschlechtsregister sind unter denSöhnen der Wüste gewiss sehr selten, der Beduine kennt dasPferd ohnehin, sei es durch den Augenschein, oder durch eigeneErfahrung, oder vom Hörensagen; Lesen und Schreiben ist ihmdagegen mit sehr geringen Ausnahmen eine unbekannte Sache.
Die Annahme, als ob bei dem Decken einer Stute und bei derGeburt eines Fohlen ein Act im Beisein von Zeugen nieder-geschrieben, und darin die Eltern und Grosseltern u. s. w. derStute wie des Hengstes angegeben, das Geschlecht näher be-zeichnet, und Alles wie bei einer Hochzeit und Taufe, wie solcheswohl bei den civilisirten Völkern, nicht aber unter den Beduinen