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übergehen dürfen. Nach dem Belegen giesst man der Stutekaltes Wasser über den Rücken und gallopirt sie längere Zeitherum.
So sehr der Araber die Pferde und ganz besonders seineStute liebt und nach Kräften für sie sorgt, sie nie schlägt odermisshandelt und stets mit den liebkosendsten Worten zu ihr spricht,so übertrifft doch Alles seine wahrhaft väterliche Sorgfalt für dasneugeborne Fohlen, welches er in der Regel zärtlicher und auf-merksamer behandelt als sein eigenes Kind. Wenn die Stutedem Zeitpunkte des Fohlens sich nähert, verlässt sie der Besitzernicht, um das Fohlen nicht auf den Boden fallen zu lassen*))sondern mit seinen Händen aufzufangen. Nach der Geburt pflegenund sorgen sie nach Möglichkeit für das Fohlen, welches sie inihr Zelt und in ihre Familie aufnehmen, wodurch diese Thierchenso zahm werden, dass sie mitten unter den Kindern schlafen undmit denselben spielen. Häufig binden sie den Fohlen die Ohrenzusammen, damit sie später besser empor stehen, und biegenihnen den Schweif in die Höhe, wodurch sie bewirken wollen,dass derselbe hoch getragen werde. Nach dreissig Tagen, bis-weilen auch später, oft erst nach zwei Monaten, setzen sie dieFohlen ab und füttern dieselben einige Monate lang mit Kameel-milch, was sie für höchst zweckmässig halten. Später geben sieihnen etwas Mehl in Wasser gerührt, dabei aber immer noch dienahrhafte Kameelmilch. Nach und nach wird das junge Thierdann auch an die Waide und an’s Wassertrinken gewöhnt, undwenn es sechs Monate alt ist, bekommt es auch Gerste. Im vielen