allen civilisirtcn, vorzugsweise aber in den nördlichen Ländernan die Leistungen des Pferdes stellt, conformcr gemacht wordenist. Es kann diese Thatsache zur Lehre dienen, wie viel derMensch über das Thierreich vermag, was er durch Kenntnisse,Fleiss, Sorgfalt und Beharrlichkeit erreichen, wie er fremdeThierarten einheimisch und deren Fortzucht constant machen, wieer durch Cultur eine Race veredeln und zu seinem Gebrauchgeeigneter machen kann. Beispiele vom Gegcntheil liegen eben-falls vor: gute Racen, die in manche Länder eingeführt oderdurch lange, sorgfältige Zucht verbessert waren, gingen durchNachlässigkeit, unzweckmässige Paarung und Behandlung zurück.In Beziehung auf erstere Behauptung darf man, mit vollem Recht,England in seiner Pferdezucht als Musterbild nennen, in Beziehungauf letztere, ausser vielen andern Ländern, Spanien , wo früherdie Pferdezucht in eben dem Grade blühte, wie sie jetzt darnie-der liegt; aber während ihres Flors in Spanien lag sie dagegenin England noch sehr darnieder.
Die ursprüngliche Pferderace in England zeichnete sich biszum siebenzehnten Jahrhundert durch keine hervorstechenden Ei-genschaften aus; durch die Fruchtbarkeit des Bodens, und dieSorgfalt der betriebsamen Einwohner waren die Landesracen(das Yorkshirer Landpferd oder der Cleveländische Schlag, dasSuffolkcr und das Clydcsdaler Pferd mögen die ursprünglichenund bessern derselben sein) verbessert, grösser und stärker ge-worden ; edles Blut, Schönheit und Schnelligkeit durfte man jedochbei denselben nicht suchen. Die Herrscher und Grossen des ReichsHessen für ihren Gebrauch Pferde vom Continent, namentlich ausSpanien kommen, für die Veredlung der Landesracen geschahwenig oder gar nichts. Man wollte damals noch hauptsächlichein starkes, schweres Zugpferd produciren, welches nöthigenfalls