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In den deutsch -österreichischen Ländern stand und steht diePferdezucht auf keiner hohen Stufe. Die kaiserlichen Marställewurden in früheren Zeiten mit spanischen und italienischen Pferden,meist grossen Thieren, remontirt, späterhin verschaffte man sichauch englisches Blut, und zog in den unterdessen angelegtenGestüten grösstentheils den eigenen Bedarf. Da ich jetzt nurvon Deutschland spreche und desshalb allein die Pferdezucht inden deutsch -österreichischen Provinzen berücksichtigen kann, somuss ich die in Ungarn , die grossen kaiserlichen Militair — undLandffestüte und die trefflichen Gestüte, die dort von Privatenangelegt und gehalten werden, übergehen, namentlich die berühm-ten des Fürsten Palfy zu Blasenstcin, des Grafen Hunyady zuUermeney, des Baron von Fechtig zu Lengycl-Töti u. v. a. m.,durch welche die Pferdezucht neuerdings nicht allein in Ungarn ,wo das Landpferd durch Vernachlässigung, zu grosse Anstren-gungen und zu geringes Futter sehr heruntergekommen ist, son-dern auch in den österreichischen Erbländern bedeutend verbessertund mehr und mehr vervollkommnet wird, wozu die Einführungder Wettrennen, viele Begünstigungen von Seiten der Regierungund die wachsende Vorliebe der wohlhabenderen Privaten fürveredelte Pferde gleichfalls viel beitragen. In Ungarn wendetman neben englischem viel orientalisches Blut zur Veredlung an,in den deutschen Provinzen des Kaiserstaats neben englischemnoch immer spanisches, italienisches und solches, welches auf deneigenen Gestüten durch Kreuzungen und Vermischungen verschie-dener Racen entstanden ist. — Eines der berühmteren kaiser-lichen Gestüte legte Maria Theresia in Koptschan an zur Erzeugungeines grossen, schweren Carossierschlags. Später führte manauch englisches Blut ein, Vollblulhengste und Vollblutstuten,Halbbluthengsle und Halbblutstuten. Die Lage des Gestüts war