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12 Conrad GesnersEben dieſe Vorſicht half ihm auch dieUnterbrechungen und Hinderniſſe dieſer ſei-ner Wiſſenſchaft uͤberwinden: ſie verſchaf-fete ihm Wolthaten, und ſchenkte ihm Be-foͤrderung, das er ein gluͤklicher Arzt, und
ein lobwuͤrdiger Verbeſſerer der Naturwiſ-ſenſchaft ward. i 5
Sein Wandel iſt ungemein belobt,und Kaiſer Ferdinand hat ſelbſt von ihm ge⸗/urteilet: Gesner ſei die Redlichkeit ſelbſt.Die groͤſſeſte Zierde ſeines Wandels war1 eine unverſtellete Gottesfurcht: dieſe hatte5 nicht nur in ſein ganzes Leben den vortref-lichſten Einflus, ſondern ſie zieret alenthal=. ben ſeine Naturkunde, da er bei den Ge-1 ſchoͤpfen die erhabenſte Eigenſehaften des1 groſſen Schoͤpfers niemals zu preiſen ver“
giſſet. Von einem ſolchen Manne muſte
man vermuten, das er beſcheiden, aufrichtig,dienſtfertig und redlich ſei: und die Lobſprü-che, welche ihm deswegen, ſo wol bei ſei-nem Leben als nach ſeinem Tode, gegebenſind, ſind unzaͤlich. 55
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Sein Lebensende war auch ungemein„ öerbaulich. Ein Jar zuvor war ſein Herzensfreund Theodor Bibliander unter andeenan der Peſt geſtorben, und alſobald ahnde?te ihn; wozu ihn ein gehabter Traum nochmer bewegte; das er auch bald Bae 76 1 4b
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