92 Zwote Abtheil. Viertes Cap.
§. 30.
Wenn eine Hoͤhe eine diche Feſtigkeit hat, daß ſie vom Re-gen nicht durchgeweicht werden kann, ſo heiſſet ſie eigentlich einBerg. Unter Huͤgel werden kleinere Hoͤhen verſtanden, be-ſonders wenn ſie aus loſern Materien beſtehen, oder damit uͤber-ſchuͤttet ſind. Wenn viele ſolche beyſammen und nach einer ge-wiſſen Richtung liegen, oder ein einziger hat eine anſehnliche Er-ſtreckung in der Laͤnge, ſo entſtehet dadurch dasjenige, was mangemeiniglich einen Ruͤcken nennet.
Man findet wohl bisweilen einen einzelnen Berg mitten aufdem flachen Felde, und jaͤhe und hoch, wie ein Thurm. Der-gleichen findet man in China und Irrland, und ſie werden amletztern Orte Teufelsſteine(Devil'sſtone) genannt. Doch ſindmehrentheils mehrere in der Nachbarſchaft, welche mit ihrenWurzeln zuſammen gehen, und in einer gewiſſen Strecke gleich-ſam Ruͤcken auf der Erdflaͤche darſtellen, deren viele ungleicheGipfel in der Entfernung das Anſehen eines brauſenden Meersgeben. Ob ſich nun dieſelben gleich an vielen Orten unter derMeeresflaͤche ſenken, da ſie denn entweder blinde Klippen undScheeren hervorbringen, oder mit ihrem oberſten Ende nur her-vorſtechen, unter dem Namen von Inſuln; ſo ſteigen ſie dochoft ganz aus dem Waſſer, und erſtrecken ſich aufs neue uͤber dastrockene fort. Ihr Streichen wird nach dem Waſſerzug be-ſtimmt. Daher ſagt man, die Hoͤhe ſtreiche von Oſten nach We-ſten, wenn das mit dem Fuſſe parallel laufende Waſſer ſeinenWeg von Oſten nach Weſten nimmt.
Solche Ruͤcken koͤnnen uͤberhaupt in drey Claſſen getheiletwerden. Die erſte machen die hoͤchſten Berge aus, welche mitihren Gipfeln uͤber die Wolken ſteigen, und auf welchen das gan-ze Jahr hindurch beſtaͤndiger Schnee liegt, wenn ſie auch mittenunter der Linie liegen. Ihre Gipfel ſind bloſſe und ſchroffe Klip-pen, unter welchen ſich gemeiniglich Vulcane finden, das iſt, ſol-che, die zuweilen Feuer ſpeyen; Sie dehnen ſich nach unten 1
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