118 Zwote Abtheil. Fuͤnftes Cap.
Tiefe gefunden wird, ſo ſcheinet ſolches eine Ueberſchwemmungdes trockenen Landes zu bemerken.
§. 41.
Auſſer den uralten Schichten findet man an einigen Ortenandere, welche das Merkmal eines geringern Alters an ſichhaben. Von der Art ſind die Ausfuͤllungen in den Thaͤlern durchdie Wegſpuͤhlungen der Hoͤhen; die Erhoͤhungen der Oerter vomFlugſand, vermoderten Materien u. dgl. wovon an einem an-dern Orte geredet werden ſoll. Hier will ich nur anmerken, daßſie ſelten ſo ordentlich ſind, als die uralten Lagen, und keine Mee-resreſte hegen, wo nicht einige von den nahe liegenden Bergenlosgerieben worden. Ein einziger Beweis kann diesmal genugſeyn. Bey Langenſalza in Thuͤringen findet man an einigenStellen unter der Stauberde zuerſt einen kalkartigen rohrichtenTupfſtein, und an andern einen feinen weiſſen und mit Flußſchne-cken vermengten Sand. Hierunter liegt ein Lager feſteren Steins,darauf folgt entweder ein rohrichter Stein oder Sand, auch aneinigen Stellen ein leerer Raum. Unter allen dieſen kommt manwieder auf eine feſtere Steinbank, ſodann auf eine loſere oderSand: darauf kommt Torf, welcher aus Blaͤttern, Baumrinde,Holz, Wurzeln, Flußſchnecken u. dgl. beſtehet, endlich kommtman auf gelben Sand, und zuletzt auf eine mit Meeresreſten ver-mengte graue Walkerde(q7). Die Steinlagen ſind von unglei-cher Maͤchtigkeit, von 6 bis 12 Fuß, und beherbergen Flußſchne-cken, Hirnſchedel, Pflaumenkerne, Kornaͤhren u. m. SolcheSchichten erſtrecken ſich unter der ganzen Stadt bis zur Unſtrut,vor welcher Alabaſter und Kalkberg liegt, welche mit Grunde fuͤrdie Mutter derſelben angeſehen werden. Beſonders, da mankeine Meersreſte trifft, ehe man die Walkerde erhaͤlt, welche hierdas aͤuſſerſte von den uralten Betten iſt.
Hieher
9) C. 5. Schober Hamb. Magaz. B. VI. S. 441⸗445-