Band 
I.ter Theil.
Seite
178
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178 Zwote Abth. Sechstes Capitel.

—§. 62.

Zuweilen findet man im Schooſſe der Erde Pflanzen, diewenig veraͤndert ſind. Bey Bruͤgge in Flandern werden, ineiner Tiefe von 40 bis 50 Fuß, Baͤume ſo dicht, als in einemWalde gefunden, daran die Staͤmme, Zweige und Laub ſo er-halten worden, daß die Arten leicht unterſchieden werden koͤnnen.Ein Palmbaums⸗Stamm iſt bey Ras Sem in Africa in ziem-lich vollkommenem Zuſtande gefunden.

Die Beinbruchsſteine ſind vermoderte Wurzeln von verſchie-dener Art, deren Theile ſogleich, als die Verweſung geſchehen,mit feiner kalk⸗ oder ſandartiger Materie, der hinabdringendesWaſſer gefolget iſt, erſetzt worden. Ein Theil der Wurzel einerwachſenden Tanne iſt wuͤrklich in Beinbruchsſtein verwandelt(m).Man findet ihn auf magern, ſandartigem Grunde an verſchiede-nen Orten in Deutſchland, Pohlen und anderwaͤrts. DieGroͤſſe iſt ungleich nach der Verſchiedenheit der Wurzeln. Zu-weilen iſt die Materie durch und durch gleich, bisweilen ſiehetman deutliche Kennzeichen vom organiſchen Bau, und in einigentrifft man einen ſchwammigern Kern, oder gleichſam eine Roͤhre,woher vermuthlich der Name(Oſteocollum) entſtanden(n).

Man findet auch Wurzeln von Agat(0), ja bey Coburgſind ganze Baͤume davon ausgegraben(ꝓ), gelbe Feuerſteine in

Geſtalt

Cn) Gleditſc Mem. de P Acad. aBerlin 1748.

(n) Herr Marggraf hat durchchymiſche Proben gefunden, daß derBeinbruchsſtein aus erwaͤhnten Ma-terien, mit vermoderten Gewaͤchſenvermengt, beſtehe, daher man durchdeſtilliren leicht einen Spiritus uri-noſus davon erhaͤlt. Mem. de PAc.a Berlin 1748.

(0) Ein ſolcher wird in Sr. Ex-cell. Graf Teßins Samml. gefunden.

(P) Bertrand Dict. Oryct. Ver-ſteinerte Staͤmme mit deutlichen

Jahrſchuͤſſen, Fibern, Wurzeln u. m.ſind an vielen Stellen von Gips,Kalk, Sand oder Kieſet gefunden.Kieſelartig ſind ſie inſonderheit beyDresden, Chemnitz und Coburg; zu-weilen hegen ſie in einem einzigenStuͤcke Chalcedon, Jaſpis, Onyxund Carneol. Schulz Betr. der ver-ſtein. Hoͤlzer. Zuweilen findet manein Theil zu Steinkohlen verwan-delt, und das uͤbrige von demſelbi-gen Stuͤcke iſt noch Holz, wie in demSteinkohlenwerke bey Dresden. Leh-mann I. c. 261. Zuweilen iſt das

eine

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