Von unterirrdiſchen Hoͤlen. 191
ſchen, ſcheinen auf einem ſolchen Gewoͤlbe zuſtehen; aber die Graͤn-zen dieſer Arbeit verſtatten nicht, mehrere zu beſchreiben.
§. 67.
Dieſe und dergleichen Hoͤlen, welche in den Erdſchichten inanſehnlicher Anzahl gefunden werden, entſtehen uͤberhaupt vondreyen Urſachen, aber welche von ihnen bey einer jeden, entwe-der allein oder mit den andern zugleich, ſtatt findet, muß aus derBeſchaffenheit und den Umſtaͤnden, die ſich an denen Stellen fin-den, erforſcht werden.
Erdbeben und unterirrdiſche Feuer erſchuͤttern, heben, ſpal-ten und werfen verſchiedene Materien der Erdrinde aus ihrer na-tuͤrlichen Lage, wodurch viele groͤſſere und kleinere Hoͤlungen ent-ſtehen, und noch taͤglich hervorgebracht werden. Dergleichentrifft man allezeit in der Nachbarſchaft von verloͤſchten oder bren-nenden Vulcanen.
Auſſerdem iſt das Waſſer eine maͤchtige Urſache. Sowohldie feſtern als lockerern Erdſchichten haben eine Menge Spaltenund Ritzen, wodurch der Regen und anderes Waſſer hinunterdringet, ſich Ausgaͤnge macht, und nach Beſchaffenheit der Ma-terien Theilchen aufloͤſet und wegfuͤhret, wodurch endlich groͤffereoder kleinere unterirrdiſche Gruben ausgehoͤlet werden. Die mei-ſten Hoͤlen ſind in kalkartigen Bergen, welche, ſowohl in Anſe-hung ihrer lockerern Zuſammenſetzung, als der leichtern Einrich-tung dieſer Materien aufgeloͤſet zu werden, die Spuren von demVermoͤgen des Waſſers in dieſem Stuͤcke ehe annehmen muͤſſen,als feſtere und gegen Saͤuren beſtaͤndige Felsſteine. Das Waßſer trifft auf ſeinem Wege oft ſolche Materien, durch deren Bey-miſchung ſeine eigene freſſende Kraft verſtaͤrket wird.
Endlich beobachtet man taͤglich, daß die Oberflaͤche der Erdean vielen Stellen ſinket, ſollte ſolches wohl auch in der Tiefe ge-ſchehen? Wenn ſich die Erde in der Tiefe auf ſolche Art zuGrunde ſetzet, ohne daß die oberſte Rinde nachfaͤllt, ſo muß 8-
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