Zwote Abtheil. Siebentes Cap.
durch ein leerer Raum oder eine Grotte entſtehen, und das kanngeſchehen, wenn dieſe Rinde von feſterer Art, oder beſſer unter-ſtuͤtzt iſt, oder noch anderer Umſtaͤnde wegen. Auf ſolche Artwerden die uralten Hoͤlen entſtanden ſeyn; denn als die Materienweicher waren, ſo muſten diejenigen, welche naͤher zu Tage la-gen, wo alſo die fluͤßigen Theile geſchwinder wegduͤnſten konnten,zufoͤrderſt hart werden. Wenn denn nach der Hand die tiefernStellen getrocknet waren und zuſammenfielen, ſo waren die obernan vielen Stellen ſchon ſo feſte, daß ſie ſich ſelbſt tragen konnten.Zuweilen duͤrften auch aufgegebene Gruben nicht fuͤr dasje-nige erkannt werden, was ſie ehedem geweſen ſind, und daherunter die eigenen Werke der Natur gerechnet werden; indeſſenmuß ein ſolcher Irrthum nur ſelten entſtehen. Die Kunſt machtgroſſe unterirrdiſche Hoͤlzungen. Die Steingrube bey Maſtrichtkann uͤber 40000 Menſchen faſſen, und die pohlniſchen Salz-gruben ſind noch groͤſſer. Aber ſie haben doch allezeit Merkmalean ſich, daß ſie von Menſchenhaͤnden gemacht ſind. An der er-ſtern Stelle tragen mehr als 1000 Pfeiler, die nach bem Eben-maaſſe in dem Geſtein ſelbſt auf 20 Fuß hoch, und daruͤber, aus-gehauen ſind, das daruͤber liegende Sandſteinbette, welches 150Fuß maͤchtig iſt(ã), und in den Salzwerken zeigen ſich gleich-falls ganz andere Anordnungen, als die Einfalt der Natur erfor-
dert(H).
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§. 68.
(a) Der Bergruͤcken, in welchemdieſe Grube iſt, gehet mit der Maasfort bis nach Luͤttich. Die Grubegehet ganz waagrecht, und ihr Bo-den liegt ein wenig hoͤher, als derFluß, ſo, daß die Steine durch eineOefnung an dieſer Seite mit groſſerBequemlichkeit an das Ufer gebrachtwerden. Wenn viele Fackeln in derHoͤle ſind, geben die zahlreichen, vier-eckten, gut gearbeiteten und in gra-den Linien geſtellten Pfeiler ein ſehrangenehmes Anſehen. Zu Kriegs-
zeiten iſt hier eine ſichere Zuflucht,woſelbſt verſchiedene Teiche das nöͤ-thige Waſſer geben. S. Phil. trans.abr. Vol. II. S. 463. Vergl. Edw.Browvns Reiſen p. 327, woſelbſt manauch hieruͤber einen Riß findet.
(½) In den Salzwerken ſind nichtallein allerhand Pfeiler, ſondern auchCrucifixe, Altaͤre, u, m. in reinesSalz ausgehauen. Und da hier anvielen folchen Stellen beſtaͤndig Lichtbrennet, und der groſſe Umfang derArbeit eine Menge Fackeln erfordert,
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