Von Quellen. 203
faͤhret; zuweilen faͤngt er des Morgens an; bisweilen flieſſet erverſchiedenemal im Tage; und zuweilen laͤuft er viele Tage nacheinander(5). Lugibach iſt von aͤhnlicher Beſchaffenheit(c).Lago di Como ſoll drenmahl des Tages zu und abnehmen(d).Bolderborn in Weſtphalen flieſſet des Tages zweymal ſo hef-tig, daß drey Muͤhlen davon getrieben werden, aber er ſtehetauch eben ſo oft gaͤnzlich ſtill, doch kommt das Waſſer nach ſechsStunden mit groſſem Geraͤuſche wieder hervor(2). Fonte-ſtorbe in Mirepoix laͤuft gemeiniglich 36 Min. 35 Sec. und hoͤ-ret dann 32 Min. 30 Sec. auf; aber nach einer groſſen Duͤrrelaͤuft ſie kuͤrzere Zeit CF). Bey Niſmes in Fonſanche iſt eineQuelle, die 7 Stunden laͤuft, und an 5 Stunden ſtehet; doch ge-ſchiehet es den folgenden Tag gegen eine Stunde ſpaͤter. Star-ker Regen macht hier, ſo wie an andern Stellen, den Lauf be-ſtaͤndiger(). In Savoyen ſoll eine ſeyn, welche zweymahlin der Stunde laͤuft; In Provence eine, welche in ſelbiger Zeitachtmahl inne haͤlt(). Bey Remnitz im Graubuͤndner-lande eine, welche von 9 Uhr vor Mittage bis 12 Uhr aufhoͤ-ret(g); im Koͤnigreiche Cachemir in Oſtindien eine, welchenur Morgens, Mittags und Abends flieſſet(f), und mehr der-gleichen an verſchiedenen Orten, deren Verhalten ſowohl, alsdas von einem Theile der angefuͤhrten, wohl eben nicht allezeitganz richtig angegeben ſeyn duͤrfte, indem ſich die Nachricht oftvon ſolchen Leuten herſchreibt, welche die Wahrheit durch aber-glaͤubiſche Wunder verſtellen. Doch ſind die beſchriebenen unddergleichen Wuͤrkungen mehr begreiflich. Die Natur gebrauchtvielleicht mehr Auswege; aber ich will nur eine und andere Moͤg-lichkeit zeigen.
Cec 2 Eine
(h) Scheuchzer itin. alp. I. S. 26. ſolche gefunden werde. Hydr. Helv.II. S. 404. S. 126.() Ebendaſ. II. S. 483.(e) Phil. trans. abr. II. S. 305.(d) Beide Plinti erwaͤhnen derſel⸗(F†) Aſtruc Hiſt. nat. de Langue-ben, und Scheuchzer ſaget, daß oc.nicht weit von Como wuͤrklich eine(2) Scheuchzer Hydr, 130.