abz2 Driitte Abtheil. Funftes Cap.
nung von der Linie ſind die Fluthen eines Tages nicht gleich, be-ſonders im Sommer und Winter. Im nordlichen und ſuͤdli-chen Meere gehet das Waſſer nach Norden und Suͤden hin undzuruͤck. Auſſerhalb den Wendekreiſen gelanget die Fluth dreyStunden nach dem Durchgange des Mondes durch den Mittags-kreis nicht zu ihrer Hoͤhe, ſondern ſie zoͤgert mehr oder weniger,zuweilen ganze 12 Stunden, ſo daß im Meere ſchon eine neueFluth im Anzuge ſeyn kann, ehe die vorhergehende bis zu gewiſ-ſen Stellen gelanget iſt. So zoͤgert ſie im Neu⸗ und Vollmondebey Rochefort 42 Stunden, bey St. Malo 6; zu Havre deGrace und bey dem Ausfluſſe der Seine, 9; bey Calais ux;und bey der Muͤndung der Themſe 12 Stunden(r).
An gewiſſen Orten ſindet man noch andere beſondere Um-ſtaͤnde. Im caſpiſchen und mittellaͤndiſchen Meere ſind dieſeVeraͤnderungen der Meeresflaͤche kaum merklich, und noch weni-ger in der Oſtſee. In Mounts Bay und Govers Lake ſollman keine Ebbe und Fluth wahrnehmen, ob ſie gleich bey demHafen Foy, 4 Meilen weiter nach Oſten, 16 bis 17 Fuß hochſteigt(). Bey Martinique ſoll die Fluth um den Nachtglei-chen nur 3, und die Ebbe 9 Stunden waͤhren, und die groͤſte Hoͤ-he, welche ſonſt nur 8 bis 12 Zoll iſt, gehet auf 1a. Auch in denuͤbrigen Jahrszeiten iſt in der Dauer der Ebbe und Fluth ein Un-terſcheid(t). Bey Tonkin in China iſt nur eine Ebbe und ei-ne Fluth im Tage, jede von 12 Stunden, wenn der Mond naheim Zeichen des Steinbocks iſt(u). Verſchiedene andere Un-gleichheiten erlaubet der Raum nicht, anzufuͤhren.
Die hoͤchſte Fluth, von welcher man Nachricht hat, gehet un-gefaͤhr auf 50 Fuß, als bey Camboia, Pegu, Tonkin undm. O.; aber bey den kleinen Inſuln im Eee Meere haͤlt ſie ſichgemeiniglich zwiſchen 6 und 15 Fuß.
Der(r) Hr. Secr. und R. Wargen⸗(t) Memoire de PAcad. a Paris
lin Wiſſ. Acad. Handl. 1753.
1724.(9) Ad. Erud. 1696.(u) Phil, trans, n. 162,