Band 
I.ter Theil.
Seite
265
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Vom Weltmeere. 265

Den Hauptgrund zu dieſer taͤglichen Erhebung der Meeres-faͤche findet man wieder in der allgemeinen Anziehungskraft, undman kann nach den Geſechen derſelben die fuͤrnehmſten hier vor-kommenden Umſtaͤnde entwickeln. Es ſtelle M(Fig. 12.) denMond vor, HZRX die Erde mit Waſſer bedeckt, ZX einenMittagskreis, und HR den Horizont. Wenn nun der Mondüͤber Z ſtehet, ſo wuͤrket er in umgekehrter Verhaͤltniß der Qua-drate ſeiner Entfernungen auf alle Puncte der Oberflaͤche der Er-de. Alſo am meiſten auf das Punct Z., am wenigſten auf N.Hiedurch wird die Schwere des Waſſers gegen den Mittelpunctder Erde auf der einen Haͤlfte UZ.R verringert, und auf der an-dern UNR vermehret. Da alſo die Schwere von H und Rbis Z, wo ſie am kleinſten iſt, abnimmt, ſo muß um Z hoͤherWaſſer gebraucht werden, um gegen das uͤbrige, deſſen Schwereweniger geſchwaͤcht iſt, das Gleichgewicht halten zu koͤnnen. Daeben ſo durch die Wuͤrkung des Mondes die Schwere von N bisH und R zunimmt, ſo iſt auch klar, daß das Waſſer bey Nleichter iſt, und alſo mehr erfordert wird, dem ſchwerern an denSeiten das Gegengewicht zu halten. Daher muß ſich das Waſ-ſer an den zwo entgegen geſetzten Stellen Z und N erheben, undan den zwo andern H und R ſinken, die 90 Grad von den erſternentfernt ſind. 8

Hiernach wuͤrde es nun zwar ſcheinen, daß die Fluth allezeitam groͤſten ſeyn muüͤſſe, wenn der Mond durch den Mittagskreisgehet, indem da der Abſtand von Z am kleinſten, und alſo dieWuͤrkung am groͤſten iſt; aber da der Mond ſich noch immer be-ſtrebet, das Punct Z.in die Hoͤhe zu ziehen, bis ſeine Abwei-chung vom Mittagskreiſe 45 Gr. iſt, ſo muͤſſen alle ſeine Wuͤrkun-gen zuſammen genommen die Fluth ungefaͤhr noch 3 Stunden,oder bis ſeine Abweichung groͤſſer, als 45 Gr. wird, vermehren.Auſſerdem verurſacht die Traͤgheit des Waſſers hiebey auch eini-ges Hinderniß, und die Bewegung der Erde um ihre Axe von

Bergm. Phyſ. Weltbeſchr. Ll Abend