Band 
I.ter Theil.
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266 Dritte Abtheil. Fuͤnftes Cap.

Abend gegen Morgen ſtrebet beſtaͤndig, das angehaͤufte gegenOſten zuruͤck zu fuͤhren.

Nun gebraucht der Mond ungefaͤhr 24 St. 49 Min. Zeit,ehe er von dem Mittagskreiſe eines Orts bis wieder zu denſelbenſeinen Umlauf verrichtet, alſo muß in ſolcher Zeit an jeder Stel-le, woruͤber er weggehet, zweymahl Ebbe und zweymahl Fluthſeyn.

Die Groͤſſe dieſer Abwechſelung beruhet auf viele Umſtaͤnde.Wenn der Mond neu oder voll iſt, ſo wuͤrket die Sonne nach ei-nerley Richtung mit ihm, und bewuͤrket dadurch eine Vermeh-rung des Steigens und Fallens des Meers, aber wenn dieſeWelteoͤrper 90 Grad von einander entfernet ſind, ſo verminderteiner die Wuͤrkung des andern. Es iſt klar, wenn die Sonnein S iſt, oder im Neu⸗ und Vollmonde, daß ihre Wuͤrkungenuͤbereinſtimmen, das Waſſer bey Z zu erhoͤhen; aber wenn dieSonne in T iſt, als im erſten und letzten Viertheil, ſo ſucht ſiebey Z Ebbe, und bey R Fluth zu erregen. Ob nun gleich dieSonne ungefaͤhr 2 Millionen und 131350 mahl groͤſſer iſt, als derMond, und in Anſehung deſſen hiebey mehr ausrichten muͤſte,als der Mond, ſo hat doch ſeine Wuͤrkung ein groſſes Ueberge-wicht, indem ſein Abſtand von der Erde ungefaͤhr 380mahl klei-ner iſt, als der Abſtand der Sonne, und ſeine Dichtigkeit drey-mahl g groͤſſer, als die ihrige.

Die groͤſte Fluth faͤllt nicht grade im Neu⸗ und Vollmondeein, ſondern wenn der Mond 18 ⅛ Grad weiter gegangen. Ebenſo kommt auch die niedrigſte nicht ehe, als bis er nach den Vier-theilen 18 ⅞ Grad fortgeruͤckt iſt.

Nach eben denſelbigen Gruͤnden muß der groͤſte Fluthwechſelim Neu⸗ und Vollmonde um den Nachtgleichen einfallen, abermit Zunahme der Abweichung der Sonne und des Mondes Ab-nehmen. Waͤre der Weg des Mondes von der Linie nicht merk-lich verſchieden, ſo muͤſte die hoͤchſte Anhaͤufung des Waſſers derLinie nachfolgen, aber da ſeine Bahn ſchief gegen dieſelbe liegt,

und