276 Driitte Abtheil. Viertes Cap.
das Waſſer gleichſam nach ſich. Die beſtaͤndigen Oſtwindetragen ebenfalls dazu bey, und endlich die taͤgliche Bewegungder Erde um ihre Axe. Dieſe Bewegung geſchiehet von Weſtennach Oſten, wobey das Waſſer vermoͤge ſeiner Traͤgheit und Fluͤſ-ſigkeit gleichſam nachbleibet, und einen entgegen geſetten Wegnimmt.
Dieſe Fahrt des Meers ſoll es groͤſtentheils verurfachen, daßman geſchwinder von dem Vorgebuͤrge der guten Hoffnungkommt, als umgekehrt, daß man geſchwinder von Neuſpaniennach den Molucken, als zuruͤck kommt, u. m.(¼). Derglei-chen berichtet man auch vom mittellaͤndiſchen Meere(1) undder Oſtſee(m). Zwiſchen den Wendekreiſen erleichtert der be-ſtaͤndige Oſtwind die Schiffahrt in ſelbiger Gegend ungemein,und es iſt ſchwer zu ncerſcheiden, wie viel die Fahrt des Waſſersdazu beytraͤgt.
Man behauptet auch, daß auf den Seereiſen ein Zug vonden Polen gegen die Linie bemerket worden, daher man ge-ſchwinder von den canariſchen Inſuln nach der Linie, als um-gekehrt, ſegeln kann(n) u. ſ. w. Aeltere Anmerkungen erwaͤh-nen ſolches kaum, aber in ſich ſelbſt iſt die Sache nicht unglaub-lich, und der jaͤhrliche Weg der Eisberge gegen die Linie duͤrfteein Zeugniß davon ſeyn. Zwiſchen den Wendekreiſen iſt eineſtaͤrkere Ausduͤnſtung und ſalzeres Waſſer, daher das leichtereund ſuͤſſere von den Polen beſtaͤndig dahin flieſſen muß. Dennobgleich das ſalzere mit dem ſuͤſſen zu Erhaltung des Gleichge-wichts nicht einerley Hoͤhe haben darf, ſo treibt doch die Fluͤßig-keit das hoͤhere uͤber das niedrigere, deſſen dadurch vermehrteSchwere ſich dann in der Tiefe nach entgegen geſetzter Richtung
fortzudraͤngen ſcheinet, naͤmlich von der Linie nach den
Polen.
( Riccioli, Kircher, Varenius(1) Voſiius ortus& progr. idol.und Fournier haben viele ſolche Be⸗(m) Herbinius a. St.obachtungen geſammlet.(n) Riccioli, Kircher, Fournier.
Vierte