292 Vierte Abtheil. Erſtes Cap.
Schichte der freyen Luft uͤber B anſehnlich dick waͤre, aber diesſcheinet eine zu hart geſpannte Federart in der Luft zu erfordern.
Man pffeget den Luftkreis in drey Schichten abzutheilen.Da, wo die Luft durch die zuruͤckprallenden Strahlen nicht merk-lich erwaͤrmet werden kann, ſetzet man die Graͤnze der unterſten.Mit mehrerm Rechte koͤnnte die beſtaͤndige Schneegraͤnze dasGraͤnzzeichen derſelben ſeyn. Die mittelſte Schicht endiget manda, wo die Daͤmmerung entſtehet, und die oberſte mit dem Endedes Luftkreiſes.
§. 110.
Der Luftkreis iſt in Anſehung der Hauptmaterie durchſich-tig, und hat glaublich eine himmelblaue Farbe. Sie iſt ſchwach,und wird daher in kleinen Maſſen mit Muͤhe erkannt, aus ebendem Grunde, als ein Tropfen von einer Tinctur kaum ſeine Far-be zeiget, ob ſie gleich in einer ſtaͤrkern Sammlung beutlich vor-handen iſt. Ein klarer Himmel, Berge und groſſe Coͤrper, wel-che in weiter Ferne geſehen werden koͤnnen, ſcheinen eine hellblaueFarbe zu haben, vermuthlich aus eben der Urſache, als Coͤrper,die durch ein blaues Glas geſehen werden.
Die Luft muß auch wol andre Strahlen, als blaue zuruͤckwer-fen, denn das Licht, welches von ihr zu uns kommt, laͤſſet ſich inFarben theilen, aber die blauen prallen doch in groͤſſerer Mengevon den Lufttheilchen zuruͤck, als die uͤbrigen. Ein klarer undblauer Himmel hat eine weit lebhaftere Farbe, als dadurch ent-ſtehen zu koͤnnen ſcheinet, wenn ein leerer und ſchwarzer Raumauſſer unſern Luftkreis ſelbſt durch eine Luft, die alle Strahlen zu-ruͤckwuͤrfe, oder eine weiſſe Farbe haͤtte, geſehen wuͤrde. DieKunſt hat wenigſtens durch eine Miſchung von ſchwarzen undweiſſen eine ſolche Farbe nicht hervorbringen koͤnnen(C). Undwenn die Farbe des Himmels nichts anders, als eine falſche Vor-
ſtellung
(c) Muſchenbrock behauptet, daß die blaue Farbe des Himmels durcheine ſolche Miſchung entſtehe.