Band 
I.ter Theil.
Seite
368
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368 Fuͤnfte Abtheil. Zweites Cap.

Die Boden der Haͤuſer, welche an vielen Orten unter demWaſſerhorizont aufgegraben werden, bezeugen eben daſſelbe.Zu Ravenna iſt ſolches inſonderheit unterſucht worden. Indem dritten Zehnten des jetzigen Jahrhunderts, fand man, daßdie Boden der meiſten Gebaͤude unter der Waſſerflaͤche lagen,wenn ſelbige hoch war. Man weiß, daß die Gegend von Ra-venna ehedem waſſerſuͤchtig geweſen(r), was iſt es denn Wun-der, daß auf ſolchem Grunde groſſe Gebaͤude und zwar die ſchwereſtenam meiſten geſunken ſind. Das Grab des Koͤnigs Theodorich vonBern, ward im Jahr 495, und folglich ſpaͤter, als die Domkir-che gebauet, welche zu Kayſer Theodoſius Zeit angelegt ſeynſoll. Nichts deſto weniger hat das erſtere durch ſeine groͤſſereSchwere mehr ſinken koͤnnen, als das letztere(»). Das Grabliegt uͤbrigens auch auſſer der Stadt, wo der Grund, nach allerAnleitung, loſer ſeyn muß, als innerhalb derſelben, woſelbſt erdurch viele ſchwere und vielleicht zum Theil niedergeſunkene Ge-baͤude, zuſammengedruckt und feſter geworden. Dies Grab fin-det man nun halb unter der Erde.

Wenn ſich der Grund uͤberall gleich ſetzet, ſo hat ſolches keinegefaͤhrliche Folgen; aber wenn es ungleich geſchiehet, ſo entſte-hen Riſſe, und zuweilen wird die ganze Verbindung des Gebaͤu-des verruͤcket.

Zuweilen ſinket der Boden geſchwinder. Borge ein Edel-bof bey Friedrichshall in Norrwegen, ſank 1702 den 5 Febr.100 Faden tief, ließ einen Sumpf 3 bis 400 Ellen lang, und dieHaͤlfte ſo breit, nach ſich. Vierzehn Menſchen und 200 StuͤckVieh kamen dabey um. Garps Waſſerfall und der vorbeylau-fende Fluß Glommen, hatten dieſe Gegend ohne Zweifel viele

Jahre(r) Vitruvius Sidonius Apolli. 185 Fuß dick, um welcher auf demnaris. Dache die 12 Apoſtel von ungewoͤhn-

(s) Auſſer den dicken Mauern licher Groͤſſe geſtellet waren, bisvon gehauenen Steinen beſtehet die Ludwig der 12te ſie im 15ten Jahr-cupola deſſelben aus einem einzigen hundert wegfuͤhrte. Herr C. R.Stein, z8 Fuß im Durchmeſſer und Ferner S. 13.