Von zufaͤlligen Veraͤnderungen. 397
Erde wird ins Meer gefuͤhret und die Felder erweichet, daherman auch an einigen Orten bis an die Knie hinein ſinket. Zuandern Zeiten iſt die Hitze ſehr ſtrenge. Aegypten iſt vom Au-guſt bis und durch den October, wie ein See, nachher bis zumApril wie eine Leimtrade, und endlich vom May bis zur Ueber-ſchwemmung, wie ein verbranntes, geborſtenes und verwuͤſtetesLand(e).
Die naͤher nach den Polen gelegene zaͤnder leiden von derKaͤlte nicht geringere Veraͤnderungen. Hoͤhen und Berge ziehenſich zur Herbſtzeit durch Spalten und feine Oefnungen voll Waſ-ſer. Wenn der Winter anſetzet, wird es zu Eis verwandelt,welches ſich ausdehnet, und ſie von einander ſprenget. Davonruͤhren groͤßten Theils die loſen Steine her, welche man um denBergen antrift. Grade vor Bragnums Hof an dem Fuſſedes Hunneberges, ſind zween groſſe Steinpfeiler(Troleſteinegenannt) von der Steinwand ſelbſt abgeloͤſet, mit welcher ſie nuneinen Winkel von 6 bis 8 Grad machen, und die ohne Zweifel inZukunft von einander brechen. Im Fruͤhling kann man zwiſchenHunne und Halle nicht ohne Lebensgefahr reiſen, wegen derSteine, die zuweilen herunter ſchieſſen, welche gegen die altenSteinhaufen von einander geſchlagen werden(F). In Norr-wegen nennet man dergleichen Steinraffe Biergrap, und wenndie Steine im Fallen andre treffen, und in umher fliegende Scher-ben zermalmet werden, erhaͤlt ſolches den Namen Stein⸗ur.Stein⸗Skred aber heiſſet bey ihnen, wenn Froſt und Regen klei-nere Steine von der Seite eines Felſen loͤſet, welche dann unter-weges an irgend einer Hinderniß liegen bleiben und ſich ſammeln,bis eine ſolche Sammlung durch ihre eigene Schwere loszubrechenvermag. Im Jahr 1697 ward bey Kyndelsmeſſe vieles Landdadurch verderbet, viele Hoͤfe wurden zerſtoͤhret, und 130 Perſo-nen kamen dabey um(9).
Ddd 3 Waſſer-(0) Dr. Haſſelquiſt Reiſe S. 614. berum Gryte. Die lothrechten
1 Steinwande ſelbſt Flog.) Solches Ungeſtuͤm heiſſet da⸗(O Pontoppidan.