Band 
I.ter Theil.
Seite
398
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398 Fuͤnfte Abtheil. Zweites Cap.

Waſſerſchwielige Erde ziehet ſich durch den Froſt zuſammen.Hievon ſiehet man des Fruͤhlings die Erde geborſten, und denGrasboden von den Steinen, die er den vorhergehenden undnachfolgenden Sommer umſchlieſſet, 4 bis 5 Zoll zuruͤckgezo-gen(1). Verſchiedene Erdarten ſaugen mehr oder wenigerWaſſer, ja eine und eben dieſelbe findet man zur Herbſtzeit deſtoweniger waſſerſchwielig, je naͤher ſie zu Tage liegt, die Brauſe-Erde ausgenommen. Dieſe ſauget ſo viel Waſſer in ſich, daß ſiean viermahl ſo ſchwer wieget, als ſonſt(h). Die Erdarten ſindauch oft druſenweiſe in einander gemiſcht, wenigſtens ungleichmit Waſſer geſaͤttiget, was iſt es denn Wunder, daß der Froſt,der die Erdſchwielen ungleich ſpannet, ſie zerbricht, Wurzelnund Steine in die Hoͤhe hebet, hie und da Erhoͤhungen macht,und den Grund zu Erdhuͤgeln legt, u. m. G

Die Ufer, beſonders welche aus loſern Materien beſtehen,werden jaͤhrlich gehoben. Denn ſo bald Laͤnder und Seen zuge-froren, ſind ſie durch den Froſt verbunden. Wenn nun eineFluth kommt, ſo ſtehet das geſchmolzene Schneewaſſer auf demEiſe zur Fruͤhlingszeit ehe der Froſt aus der Erde iſt, und erhaͤltmit dem Waſſer unter dem Eiſe Gemeinſchaft; oder wenn ſolchesdurch Quelladern vermehret worden, ſo zwinget es das Eis mitanſehnlicher Kraft, ſich zu heben. Wenn ſolches geſchiehet, wirdauch die naͤchſte Seite der gefrornen Erdrinde gezwungen, ſich zuheben. In dem dadurch gemachten leeren Raum ſtuͤrzet dasWaſſer mit Schlamm und andern Materien vermiſcht hinein,wodurch die aufgebrochene Rinde eine Unterlage bekommt, undfolglich hoͤher ſtehet, wenn das Eis weggeſchmolzen iſt. So ge-ſchiehet es an vielen Orten in Oſterbotnien(111). Das um Stei-ne gefrorne Eis hebet ſie ſowohl bey dem Eisbruch als bey einfal-lender Fluth, und fuͤhret ſie oft mit ſich weg, ob ſie gleich eine an-ſehnliche Groͤſſe haben. Auf ſolche Art duͤrften viele Seehund-ſteine unbrauchbar werden, und jaͤhrlich verſchiedene Klippen zuTage kommen. Das

(1L) S. Herr Dr. Runebergs ſchoͤne Abhandlung in W. Ac. Abh. 1765.