Von zufaͤlligen Veraͤnderungen. 399
Das herumtreibende Meereis macht viele Veraͤnderungen.Wenn es gegen Grund, Steine u. m. getrieben wird, hat es ei-ne erſtaunliche Macht, herumzuwerfen, Grund und Baͤnke weg-zufuͤhren, und an andern Stellen aufzuwerfen. Ein ſpitzigerStein 8 bis 10 Fuß hoch, und 9 Fuß dick, der gegen das Kirch-ſpiel Kalajoki, einen Fuß uͤbers Waſſers gelegen, iſt bey einemſolchen Eisgange auf das trockne Land geruͤckt, und mit kleinernSteinen ſo unterſtuͤtzet worden, daß ein Kerl unter denſelben hin-unter kriechen kann. Im Jahr 1760, waͤlzete bey Breitgrunddas Treibeis einen Stein von 12 bis 14 Fuß ſo herum, daß eineandre Seite, als vorher, oben kam. Das Jahr darauf, warddieſe Seite wieder hinunter gebracht(n).
Wenn einige Jahre nach einander kalte Sommer einfallen,ſo geſchiehet es, daß das Treibeis, welches ſich an gewiſſe Kuͤ-ſten geſetzt hat, ungeſchmolzen liegen bleibet. Da nun jaͤhrlichneues Eis hinzukommt, und ein ſolcher Haufen die Luft umhererkaͤltet, ſo kann endlich keine Sommerwaͤrme ſtatt finden, ſon-dern es bleibt hier das Ufer beſtaͤndig vom Eiſe umringt. Aufſolche Art werden Groͤnlands und James oͤſtliche Kuͤſten, Fro-biſhers Meerenge und mehrere Stellen in neuern Zeiten unzu-gaͤnglich geworden ſeyn. Auf der weſtlichen Kuͤſte von Groͤn-land ſind verſchiedene Inſuln vermittelſt des Eiſes zuſammengewachſen. Man nennet ſolches Eisblaͤnken; ſie machet eineBruͤcke vier Meilen lang und eine Meile breit, und man ſiehetſie viele Meilen weit in der See. Die Gewoͤlbe zwiſchen denInſuln ſind 20 bis 60 Ellen hoch, und naͤher am Lande ſoll derMeerbuſen noch rein ſeyn. Man kann ſich leicht vorſtellen, wasdas Clima der Gegend hiedurch vor Veraͤnderungen leiden muß,daß die Winde von dieſer Gegend kaͤlter werden koͤnnen, als ſievorhin geweſen, u. ſ. w.
Die hoͤchſten Berggipfel ſammeln gleichfals jaͤhrlich Eis undSchnee zuſammen. Vor dieſem war uͤber die Bergkette Mont
Maudit von Frankreich nach Piemont ein Weg, aber er iſtjetzt