41⁰⁰ Fuͤnfte Abtheil. Drittes Cap.
Erde die noch ſchwerer iſt, aufheben koͤnnen? Es iſt zwar wahr,daß beym Deſtilliren eine feine Erde mit urinoͤſen Geiſt zugleichuͤbergehe, welcher durch eine langſame Digeſtion niederſchlaͤgt(a),aber hier wird die Erde nicht als Erde, ſondern als ein ſalzarti-ges Weſen, im Waſſer aufgeloͤſet. Hieraus folget nicht, daßeine ſich ſelbſt gelaſſene Erde, ohne ein hinzukommendes drittes,ſo fluͤchtig werden koͤnne, daß es dem Waſſer uͤber dem Helm fol-get. Urinſpiritus, welcher Erde enthaͤlt, kann uͤberdeſtilliretwerden, aber keine Erde ohne Vereinigung mit fluͤchtiger Mate-rie vermittelſt bloſſen Waſſers.
Aber geſetzt, daß die von einer Saͤure im Waſſer oder in derLuft aufgeloͤſete Erde ein Mittelſaltz hervorbringe, woher weiß mandenn, daß ſelbiges fluͤchtig iſt? Wie ſollte das Waſſer ſo viel Er-de aufloͤſen koͤnnen, ohne ſeine Klarheit zu verliehren? und wo-her ſollte die Bewegung, die ſonſt die Aufloͤſungen befoͤrdert, hierdieſelbe aufheben?
Die gefundene Erde kann auch nicht von dem in der Luft um-herfliegenden Staube kommen(b); denn dann muͤßte ſie ſichnicht allein im Kolben, ſondern auch in dem Recipienten ſetzen,und im Waſſer fließend, nicht allein auf dem Boden, ſondernauch an den Seiten. Man erhaͤlt auch auſſerdem dieſe Erde,ohne daß Luftſtaub dazu kommt(c), und wenn in einem Labora-torium etwas dergleichen zugemiſchet wuͤrde, ſo wuͤrde es eherRauch und Kohlſtaub werden; aber die Erde iſt kreitweiß. End-lich mußte auch bey der Deſtillation und Rectification eines Spi-ritus, wenigſtens zuweilen, ſolche Erde gefunden werden, wel-ches doch nicht geſchiehet(d).
Geſetzt aber, daß das Waſſer in einen feſten Cöoͤrper verwan-delt wird, koͤnnte es denn nicht ſeyn, daß jaͤhrlich wieder eben ſoviele Erde zu Waſſer wuͤrde? Wir kennen die Haushaltung der
Na-
(2) Dies wird von Prof. Pott(c) Vorherg. Note. 1angefuͤhret. 1(4) Vergl. Herr Prof. Wallerisiſf. de dubiis contra transmutatio-(2) Boerbavens Erklaͤrung. nem aquarum motis.