Band 
I.ter Theil.
Seite
415
JPEG-Download
 

Meinungen von Entſtehung der Erde. 415

159.

Thomas Burnet 1 Be sberürgen der Erde in einemſyſtematiſchen Zuſammenhange vorgeſtellet. Er ſtellet ſich dieſenPlaneten im Anfange als eine unordentliche Vermiſchung vonallerhand Materien vor, aber nach und nach ſetzte ſich das ſchwe-reſte um den Mittelpunct, und machte einen feſten Kern aus.Das Waſſer, welches hienaͤchſt das ſchwereſte iſt, ſtand hier her-um; daruͤber das Fett und zuoberſt die Luft. Dieſe oberſteSchichte war doch mit fremden und erdartigen Theilchen ver-miſcht, die endlich niederfielen, ſtehen blieben und mit Oel ver-miſcht wurden, woraus eine Schichte ganz feiner, fetter und fuͤrden erſten Saamen ausgeſuchter Erde entſtand. So war dieerſte Heymath der Menſchen beſchaffen, auſſerdem eben, ohneBerge, Meer u. m., und ohne Abwechſelung der Jahrszeiten,indem die Axe der Erde nun winkelrecht auf der Eccliptik ſtand.Aber dieſer Zuſtand blieb nur 1500 Jahre ſo, in welcher Zeit dieSonnenwaͤrme nach und nach die Schlammrinde ſo austrocknete,daß ſie mehr und mehr zu reiſſen anfing und endlich auf einmalin viele Stuͤcken zerbrach, die in den Abgrund des Waſſers hin-abſunken. Siehe da die Suͤndfluth. Die ſinkenden Stuͤckeder Rinde ſtieſſen auf einander, wurden in kleinere Stuͤcken zer-theilet, auf einander geſtapelt, und ſtunden mit einem Wortealles aus, was eine ſolche Zerſtoͤhrung natuͤrlicher Weiſe beglei-tet. Hiebey ward eine groſſe Menge Luft mit hinunter gefuͤhretund eingeſchloſſen, aber nach der Hand fand ſie Gelegenheit, ſichzu trennen und aufzuſteigen, das Waſſer nahm ſeinen erſternRaum ein, und dadurch geſchahe es endlich, daß die am hoͤchſtenaufgethuͤrmte Stuͤcke der Rinde uͤber das Waſſer kamen, wovondie Berge, Thaͤler, Inſuln und mit einem Worte das gegenwaͤrti-ge trockene Land entſtanden iſt(g). Alſo bewohnen wir jetzt dieRuinen der vorigen und nach ſeiner Meynung gluͤcklichen Welt.

A§. 160.

(g) Siehe ſeine telluris theor. tationes generales, quas aut jamfacr. orbis noſtri or inem,& mu- ſubüt aut olim fubiturus eſt com-pleKens.