Band 
I.ter Theil.
Seite
443
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Von Nahrung u. Wachsthum der Pflanzen. 443

Da jedes Blat bey ſeiner Befeſtigung eine Knoſpe hat, undalles Ausſchieſſen von Knoſpen geſchiehet, ſo ruͤhret die Stellungder Befeſtigung der Zweige von der Ordnung der Blaͤtter her;aber ihre uͤbrige Beugungen haben mehrentheils in der Waͤrmeoder dem Tageslicht, ihren Grund, wornach nicht allein die Blaͤt-ter, ſondern auch zaͤrtere Zweige, eine gewiſſe Stellung anneh-men(b). Die obere Seite der Blaͤtter iſt von der Waͤrme, unddie untere von Feuchtigkeit zuſammen gezogen. Die glaͤnzendeOberflaͤche der erſtern, und die Zuſammenſetzung, beſonders derLüftroͤhren, duͤrfte zuweilen auf etwas anders, als eine Bedeckungder letztern abzielen, deren Zweck, beſonders bey den Baͤumen,zu ſeyn ſcheinet, aus dem Luftkreiſe die noͤthige Materie fuͤr diePflanzen einzuziehen(5). Pflanzen, die im dunkeln wachſen,bleiben klein, bleich und durchſichtig, wenn ihnen gleich Nah-rung, Luft und Waͤrme nicht fehlen. Setzet man ſie in derSonne, ſo bekommen ſie in 24 Stunden eine gruͤne Farbe, daunterdeſſen eben dergleichen in ſelbige Umſtaͤnde nahe dabey ge-ſetzt, und blos mit Papier vor der Sonne bedeckt, unveraͤndertbleiben. Dieſe und andere dergleichen Verſuche bezeugen uͤber-

fluͤßig, daß der Sonnenſchein zum Treiben der Pflanzen vielesbeytrage.

Drittes Capitel.Von Vermehrung der Pflanzen.

1§. 207. 8 8Wi haben geſehen, wie die vieljaͤhrigen Pflanzen ins unend-liche fortgeſetzet werden, wenn Krankheit oder aͤuſſerlicheGewaltſamkeit hiebey kein Hinderniß macht.Kkk 2 Ein

0) S. Bonnets artige Verſuche war, und fand, daß ihre Wendun-hievon. Er machte kuͤnſtliches Laub, gen ungefaͤhr ſo wie bey den natuͤrli-deſſen oberes Haͤutlein von Perga⸗ chen Blaͤttern wurden.

ment, und das untere von Leinwand

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