Band 
I.ter Theil.
Seite
446
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446 Sechste Abtheil. Drittes Cap.

me, ſondern daß dieſelbe, von ſeiner Feuchtigkeit beruͤhret, voneinander ſpringe und einen elaſtiſchen Dunſt ausblaſe, iſt alles,was unſere Augen bisher haben erwiſchen koͤnnen. Da man in-deſſen weiß, daß ſich die innern Theile einer Pflanze in der Blu-me oͤfnen, und wie ein Inſect von ihrer vorigen Huͤlle entbloͤſſetwerden, daß die ſchwammigte Huͤlle der Rinde ſich in Blumen-decke verwandele, die Rindenringe in eine Crone, das Holz zuStaubfaͤden, und das Mark ſelbſt zur Saamenmaterie, ſo ſchei-net es glaublich, daß das Staubmehl, als ein Auszug der Rin-denmaterie, das zur Saamenmaterie gekoͤrnete Mark mit einerrindenartigen Huͤlle verſehe, wodurch die von der Pflanze geſchie-dene Marktheilchen unterhalten, und dieſe dagegen belebet wer-den und vollkommene Pflanzen hervorbringen. Dies wird nochglaublicher, wenn man die Pflanzenvermiſchungen betrachtet(plantæ hybridæ). Da findet man, daß durch eine inner-liche Vermiſchung ungleiche Arten neue Pflanzen hervorbringenkoͤnnen, ja zuweilen ſolche, die ſich nachher von eigenem Saamenfortpflanzen. Es gehoͤret eine gewiſſe Uebereinſtimmung der Fort-pflanzungstheile dazu, daß eine ſolche Vermiſchung ſtatt habenkoͤnne, und da dieſelbe ſelten iſt, ſo ſind es auch dergleichen Ge-burten. Aber das, was naͤher hieher gehoͤret, beſtehet darin,daß ihre Blaͤtter und aͤuſſerliche Figur dem Vater, und die Blu-me, oder das innere Weſen, der Mutter gleichet, wodurch derUrſprung derſelben ausgeforſchet werden kann. Man findet auchim Thierreiche dergleichen Anleitungen, deren weiter unten er-waͤhnet werden ſoll(2).

S. 209.

Das Ausbrechen der Fortpflanzungstheile endiget den

Wachsthum und leget den Grund zu neuen Pflanzen, aber wennſolches geſchehen ſoll, das beruhet auf Umſtaͤnde. Eine Pflan-

ze, die uͤberfluͤſſige Nahrung hat, waͤchſet anſehnlich, aber ſchieſ-

ſet

() Herr v. Linné Amoen. Act. VI. S. 1.16.