464 Sechste Abtheil. Viertes Cap.
chen Laͤndern von Europa, aber das Maͤnnchen bleibt gemeinig-lich in Schonen. Lerchen, Schwalben, Kukuke, u. m. ver-ſchwinden auch gegen den Winter, ohne daß man noch gewißweiß, ob ſie wegziehen oder im Schlummer liegen(99). DieFiſche machen jaͤhrlich weite Zuͤge, ihre Eyer abzulegen. DieHeringe(Clupea Harengus) kommen zu Anfange des Jah-res in unbeſchreiblicher Menge von der Gegend des Nordpols.Sie theilen ſich zuerſt in zween Fluͤgel; der weſtliche landet imMaͤrzmonath bey Island an, nachher bey den orcadiſchen In-ſuln, Engelland, u. ſ. w.; der oͤſtliche folget den norwegiſchenund daͤniſchen Kuͤſten, theilet ſich in kleinere Haufen, die ſichim atlantiſchen Meere wieder vereinigen, daß ſie die Ruͤckreiſezur beſtimmten Zeit antreten. Dieſe Seearmee wird von einerMenge Voͤgel und Wallfiſchen begleitet, die von ihnen ihren Un-terhalt haben.
Einige Thiere machen unordentliche Zuͤge, und binden ſichan keine gewiſſe Zeit. Man glaubte vor dieſem, daß Lemmingeoder Alpenmaͤuſe(Mus lemmus), aus den Wolken regne-ten(*), man weiß nun doch, daß ſie ſich in dem Gebuͤrge auf-halten, aber in gewiſſen Jahren in unglaublicher Menge davonherabziehen. Sie gehen grade vorwaͤrts uͤber Land und Waſſer,ſie brechen durch dasjenige, was ihnen im Wege kommt, odergehen um ſelbiges herum, damit ſie ihren graden Weg erhalten.Sie verzehren Gras und Wurzeln, wobey man ihren Weg eini-ge Finger tief und ein bis zwey Quartier breit wahrnimmt. Sol-che Strecken werden einige Ellen von einander gemacht, aber ſiegehen allezeit parallel. Nach den Wetterbeobachtungen, dieman bey ihrem Zuge oder Ruͤckweg gemacht hat, hat man befun-
den,
(gg) Von den Schwalben glau⸗ Gruͤnden bewieſen, daß ſie wegzie-bet man gemeiniglich, daß ſie den hen.Winter uͤber auf dem Seeboden() Wormius gab 165; ein gan-liegen, aber Herr Prof. Leche zes Buch heraus, worin er phyſica-hat in einer in Abo gehaltenen liſch die Moͤglichkeit eines ſolchen Re-Streitſchrift mit vielen bedeutenden gen beweiſen will.