466 Sechste Abtheil. Viertes Cap.
von den Geſetzen, welche uns die Erfahrung lehret, daß ihnendie Coͤrper folgen, ganz ausgenommen zu ſeyn. Ob alſo gleichdie Theile des Coͤrpers an ſich ſelbſt den gewoͤhnlichen Geſetzender Bewegung folgen, ſo werden ſelbige doch uͤberall durch dieWuͤrkung der Seele veraͤndert, gehindert oder vermehret, undman duͤrfte endlich durch die genaueſte Berechnung der erſternwohl die Groͤſſe von der Wuͤrkung der Seele beſtimmen koͤnnen,ob man gleich die Art und Weiſe vermuthlich nie begreifen kann.
Das Verhalten der unvernuͤnftigen Thiere uͤberzeuget unsvollkommen, daß ſie nicht bloſſe Maſchinen ſind, ſondern daß ſie,eben ſo wie wir, von einem edlen Weſen regieret werden. Wirkennen die Art und eigentliche Beſchaffenheit deſſelben nicht, aberdeswegen duͤrfen wir nicht zweifeln, daß es nicht unſrer Seele aufeinige Weiſe gleichen ſollte, ob es gleich viel unvollkommener iſt.Sie haben Empfindung und Gedaͤchtniß, wodurch ſie Erfahrun-gen ſammeln, und hiedurch eine Art von Veraͤdelung erhaltenkoͤnnen. Dieſelbe erſtreckt ſich doch bey den Thieren lange ſo weitnicht, als bey den Menſchen.
Auſſer einigen weſentlichen Unterſcheid in der Natur desWeſens ſelbſt, ruͤhret ſolches daher, daß die Thiere keine auf dieEinbildung gegruͤndete, ſondern blos natuͤrliche Beduͤrfniſſe ha-ben. Sie beſtehen in der Nahrung, Begattung, und Verthei-digung gegen Feinde. Eine nach dem Bau des Coͤrpers einge-richtete Empfindung(inſtinctus), zeiget einer jeden Art dierechten Gegenſtaͤnde und die Art und Weiſe ſie zu gebrauchen,doch kann hiebey eine noͤthige vorher oft durch Uebung eingezogeneund geſammelte Erfahrung eine anſehnliche Erleichterung undVerbeſſerung ſchaffen. Wer die Haushaltung eines oder andernThieres kennet, der kann nicht zweifeln, daß es auch in der Thatalſo zugehe. Von Geburt wilde Menſchen gleichen ihrem Ge-ſchlechte weniger, als die Affen. Man hat verſchiedene derglei-chen gefunden, ſie ſind alle haaricht, ſpringen auf vier Falta
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