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Buch I. Kap. 2. §. 9.
Ein solcher ist gleich der erste Akron der Akragantiner,den ich nur nenne, weil Haller 1 ) ihn unter den botanischen Schrift-stellern anführt. Er war Landsmann und Zeitgenosse des Empe-dokles, von dem sich ein heissendes Epigramm auf seine Anmas-sung erhielt. Die sehr viel später entstandene ärztliche Schuleder Empiriker pflegte, um sich das Ansehen eines höheren Alterszu geben, ihren Ursprung auf ihn zurückzuführen. Seine vonHaller citirte verlorene Schrift über die Zuträglichkeit der Nah-rungsmittel (rreoi TQmppc ryieirür) dürfte ihm kaum Anspruch ge-ben auf einen Platz unter den Botanikern. •
Höchst bedeutend als Philosoph ist An axago r as der Kla-zomenier, also ein Ionier dem Vaterlande wie der Schule nach.Geboren 500, gestorben 428 J. v. C., war er, wie Aristoteles sagt,den Jahren nach älter, den Werken nach jünger als Empedokles.Zwanzig Jahr alt ging er nach Athen , wo er fast die Hälfte sei-ner Lebenszeit in genauen Verhältnissen mit Perikies, Euripides und andern ausgezeichneten Männern verweilte, bis er, der Gott-losigkeit angeklast, von dort entfliehen musste. Von den früherenPhysikern unterschied ihn die Annahme eines einigen Gei-stes und einer unendlichen Menge unendlich kleiner, ursprünglichnur qualitativ verschiedener Urstofle, die er die Samen derDinge 2 ) nannte. Diese liess er im Aether und in der Luft, dieer unterschied, umherschwimmen, und von da in mannigfaltigenVerbindungen zur Erde kommen. Dass er auf diese Art Pflanzenentstehen liess, bezeugt Theophrastos 3 ) mit ausdrücklichen Wor-
1) Haller bibl. bot. /, pag. 13, vergl. Sprengel Gesch. d. Med. I, mitAnmerk, von j Rosenbaum S. 305.
2) Ob er selbst sie auch Homoomerien (gleichartige Theile) genannt,oder ob Aristoteles dies Wort erst gebildet hat, um damit die anaxagorischeLehre präciser zu bezeichnen, scheint mir nicht sehr erheblich. Erstereswar bis auf Ritter die allgemeine Meinung, und ward nach Ritter vonSchaubach wieder vertheidigt; letzteres scheint mir, nach Schaubach,Philipps on in seiner "Yhrj «vttywTr/Vi? }>ag. tH8 über jeden Zweifel er-hoben zu haben.
3) T heophr. hist, plant. III , cap. 1. sect.