Buch II. Kap. 1. §. 15. 89
nachdem die erste Abtheilung schon sieben Jahr alt geworden,noch immer nicht folgen Hess. *)
In literarhistorischer Hinsicht hat man sich mit den Schriftendes Aristoteles von den frühesten Zeiten her eitrigst und meistmit Vorliebe beschäftigt, und doch im Ganzen wenig Genügendeszu Stande gebracht. Eine lange Reihe seiner zum Theil sehrumfangreichen und durchaus inhaltschweren Schriften hat sichglücklich erhalten, und doch vielleicht nur ein geringer Theilseiner sämmtlichen Werke 1 2 ). Sehr unsicher ist bei vielen dieReihenfolge, noch unsicherer die Zeit der Abfassung der einzelnenWerke, und was wir verloren haben, aus den blossen Titeln oftkaum zu errathen.
Zu den verlorenen gehört leider auch die Theorie derPflanzen, die Aristoteles selbst im fünften Buch seiner Thier-geschichte citirt 3 ). Auf dies Werk scheint er hinzudeuten, wenn
1) Indem ich dies drucken lasse, ist zwar endlich ein neuer Band desWerks von Brandis erschienen, doch nur die erste Hälfte desselben, die,nächst dem Leben und den Schriften des Aristoteles überhaupt, nur erstseine Logik und Metaphysik behandelt.
2) Ich berufe mich theils auf das lange Verzeichniss der aristotelischenSchriften bei Diogenes Laertios und aus Andern vervollständigt bei Fabricius(biblioiheca Graeca , edid. Idarles , tom. III.), wiewohl manches Buch eines grösserenWerks als besonderes Werk genannt sein mag; theils auf die Angabe desGesammtumfangs seiner Werke bei Diogenes Laertios zu 445,270 Zeilen ( <nt/oi ).Nach II itsc hl’s Untersuchungen über die Stichometrie der Alten,im Anhänge zu seiner gehaltreichen Schrift „die alexandrinischenBibliotheken u. s. w.“ S. 110, verhalten sich die Zeilen, die Galenos inden hippokratischen Schriften zählte, zu denen der kiihnschen Ausgabe der-selben ungefähr = 10 : 12. In Bekkers Ausgabe der 4\ erke des Aristoteles finde ich nach Abzug der notorisch unächten Schriften 1330 Seiten in 2 Co-lumnen mit durchschnittlich 35 Zeilen, folglich im Ganzen 03,100 Zeilen, diedurchschnittlich noch um einige Buchstaben kürzer sind als die des kiihn-schen Ilippokrates. Reducirt auf die Länge der von Galenos angenommenenZeilen, giebt das 77,580, mithin kaum den sechsten Theil der von DiogenesLaertios angegebenen Summe der Zeilen sämmtiiclier aristotelischer AVerke.
3) Oiwoi'a nti)l y ind>v. Man sehe unten in den Auszügen aus Aristo-teles Nr. 114.