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Buch II. Kap. 1. §. 10.
Ganzen ist; bei den übrigen Thieren hält es die Mitte; bei denPflanzen aber, welche unbeweglich sind, und ihre Nahrung ausder Erde nehmen, muss dieser Theil nothwendig immer unten sein.Denn es entsprechen einander die Wurzeln bei den Pflanzen undbei den Thieren der sogenannte Mund, mit welchem jene ihreNahrung aus der Erde nehmen, diese woher sie wollen (cb 3 aviiür).
02. Mit Unrecht behauptete Empedoklcs, bei den Pflanzenginge das Wachsthum nach unten zu, wohin sie wurzeln, weildahin die Erde ihrer Natur nach getrieben würde; nach oben zuin gleicher Art wegen des Feuers. Er nahm das Oben und dasUnten nicht richtig. Denn keineswegs ist das Oben und Unterbei allen (einzelnen) Dingen und bei dem Weltall dasselbe, son-dern was bei den Thieren der Kopf', das sind bei den Pflanzendie Wurzeln, wenn es ziemt die Organe nach ihren Functionenverschieden oder gleich zu nennen.
03. Geht man allmälig weiter, so wird man gewahr, dassauch bei den Pflanzen, was da entsteht, sich auf einen Zweck be-zieht, z. B. die Blätter zur Bedeckung der Frucht dasind. Wennalso von Natur die Schwalbe ihr Nest, die Spinne ihr Gewebezweckmässig machen, ferner die Pflanzen ihre Blätter der Früchtewegen, und die Wurzeln nicht oben sondern unten der Nahrungwegen: so muss offenbar die Ursache davon in dem, was vonNatur ward und ist, selbst liegen. Und weil die Natur eine zwie-fache ist, einmal als Materie, das andremal als Form, letztre aberihr Zweck ist, so muss sie wohl die Ursache sein zu ihrem Zweck.
04. Alle Schalthiere haben gleich den Pflanzen den Kopfunten. Die Ursache davon ist, dass sie ihre Nahrung von untenaufnehmen, wie die Pflanzen mit den Wurzeln. Es zeigt sich alsobei ihnen, dass sie, was sonst unten ist, oben, und was sonstoben, unten haben.
05. Wird die hebende Wärme geringer, das Erdige häufiger,
62) De anima II , cap. 4. pag. 415 b.
63) Physic. auscult. 77, cap. 8. pag. 199 a.
64) De partib. animal. 7F, cap. 7. pag. 683 b.
65) Ibid. cap. 10. pag. 686 b.
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