117
Buch II. Kap. 1. §. lfi.
69. Das leuchtet ein sowohl bei den Pflanzen, wie bei denThieren, bei den Pflanzen, wenn man deren Entstehung aus Samenoder das Pfropfen oder Ablegen betrachtet. Die Entstehung ausSamen findet bei allen von der Mitte aus statt. Denn da sie allezweiklappig sind, so ist auch die Stelle, wo sie zusammenge-wachsen sind, für jedes der beiden Stücke die Mitte. Von hieraus entwickelt sich sowohl der Stengel wie die Wurzel; Anfangist ihnen die Mitte.
70. Same und Frucht unterscheidet sich durch das Vorherund Nachher. Die Frucht wird aus einem Andern, aus dem Samenwird ein Anderes, ausserdem sind beide dasselbe.
71.wie gekochte Iliilsenfrüchte und andre Früchte, weil
sie hauptsächlich aus Erde bestehen, wenn die damit gemischteFeuchtigkeit entweicht. Denn auch diese werden hart und ganzerdig.
72. Samen zu tragen beginnt das Männchen gewöhnlich erstnach Verlauf von zwei mal sieben Jahren. Zugleich beginnt auchdie Behaarung der Mannbarkeit, wie denn auch von den Pflanzender Krotoniate Alkmäon sagt, dass sie, wenn sie Samen tragenwollen, erst blühen.
73. Auf dieselbe Weise leitet auch die Natur das Blut durchden ganzen Körper, da er der Stoff des ganzen Körpers ist.Augenscheinlich geschieht das vornehmlich in sehr verdünntenTheilen; denn in den Wein- und Feigen- und andern Blätternzeigt sich nichts anderes als nur Adern. Denn wenn dieselbenvertrocknen, so bleiben nur Adern. Der Grund davon ist, dassdas Blut und was seine Stelle vertritt, der Möglichkeit nach Kör-per und Fleisch oder das, was dessen Stelle vertritt, ist.
69 ) De juvent. et senect. cap. 3. pag. 468 b.
70 ) De gener. animal. /, cap. 18, pag. 724 b.
71 ) De partib. animal. //, cap. 7. pag. 653 a.
72 ) Histor. animal. VII , cap. 1. pag. 581 a.
73 ) De partib. animal. HI> cap. 5. pog. 668 a.