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Buch II. Kap. 2. §. 17.
haben scheint, lebte stets mit einem gewissen Aufwande, ward alsfreigebig gerühmt, und hinterliess gleichwohl ein ansehnlichesVermögen.
Zuerst besuchte er die Schule eines Philosophen seiner Vater-stadt, nach dem gewöhnlichen Text des Diogenes Laertios diedes Leukippos, nach einer andern, wie es scheint, richtigen Les-art, die des sonst nicht weiter bekannten Alkippos. Doch schonfrüh begab er sich nach Athen zu Platon , und wandte sich nachdessen Tode (347 v. Chr.) nach unsrer Rechnung im sechs undzwanzigsten Jahre seines Lebens zu Aristoteles . Wir sahen, dassAristoteles um dieselbe Zeit oder kurz darauf Athen verliess undnach Atarneus oder Astos ging, dass er sich nach seiner Flucht vondort bis zu seiner Berufung zu Philippos in Mitylene aufhielt,sehr nahe bei Eresos, der Vaterstadt des Theophrastos: leichtmöglich, obgleich Zeugnisse darüber fehlen, dass dieser ihm dort-hin gefolgt war. Zu Stageira , wo er vermuthlich zugleich mit demiungen Alexandros die Vorträge des Aristoteles hörte, besass ersogar ein eigenes Grundstück, wie sich aus seinem bei DiogenesLaertios uns aufbewahrten Testament ergiebt. Wer kann sagen,welche Wirkung beides auf des Theophrastos Verhältniss zu Aristo-teles , und dadurch auf die ganze Richtung seines Lebens, aufdie ganze Gestaltung der Botanik durch ihn unter aristotelischemEinfluss ausübte? Doch wie dem sei, einmal verbunden mit Aristo-teles , trennte er sich nicht wieder von ihm, bis dieser (322) vonAthen nach C'halkis auswanderte und bald darauf sein Ende fand.
Durchs ganze Alterthum zieht sich die Sage, ursprünglichhätte er Tvrtamos geheissen, erst Aristoteles hätte ihn anfangsEuphrastos, den Wohlredenden, später Theophrastos , denGöttlichredenden, genannt; sicher eine Fabel, da der Name Theo-phrastos unter den Griechen gar nicht ungewöhnlich, solche Namens-änderungen hingegen damals unerhört waren, und Schmeicheleinicht im Charakter des ernsten Stageiriten lag: dass sie aber er-funden ward und Glauben fand, ist ein Beweis nicht allein derhohen Wohlredenheit des Schülers, sondern auch der Gunst, wo-rin er bei seinem Meister stand. Doch es giebt stärkere Beweise
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