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Buch II. Kap. 2. §. 19.
machen; als die logische Präcision denen, die, ohne Ahnung deseigentlichen Wesens der Pflanze, ihre willkürlichen Bestimmungender Natur aufdrängen, und sie mit Definitionen hofmeistern. Dochgenug hiervon, da ich hinter dieser ITehersicht das ganze ersteKapitel als Probe des Werkes in treuer Uebersetzung zu ge-ben denke.
Bei der darauf versuchten Aufzählung und Unterscheidungder vornehmsten Pfhinzentheile vermissen wir freilich den rechtenMaassstab ihrer \\ iirdigung. Die wichtigsten, die Geschlechts-organe, entgingen dem Verfasser ganz; und erkannte er auch, wieschon seine Vorgänger, die Bedeutung des Samens «als Pflanzenei,so blieb ihm doch das Verhältniss der Samen zur Blume —, wie-wohl er den flos superus und inferus zu unterscheiden wusste, —völlig unbekannt.
Besser gelingen ihm Kategorien für die Verschiedenheit dersich entsprechenden Theile verschiedener Pflanzen, von denen erzuerst die äussern, dann im zweiten Kapitel die innern nennt,Saft Fasern Adern Fleisch Holz Rinde und Mark.
Man muss sich hüten, hierbei an das zu denken, was wir mitHülfe des Mikroskops kennen lernten, und was uns nun schon sogeläufig ward, dass wir Mühe haben uns in eine frühere Vor-stellungsweise zurück zu versetzen. Adern sollen unstreitig nachAnalogie mit dem thicrisehen Körper Saftkanäle sein, und da diegefärbten sogenannten Milchsäfte bei den Pflanzen vorzugsweiseins Auge fallen, und auf dem Durchschnitt eines Blatts am reich-lichsten da hervortreten, wo die stärksten Tracheenbündel liegen,so nahm Theophrastos dergleichen Tracheenbündel geradezu fürAdern. Galt aber der Safterguss beim Durchschnitt als Kenn-zeichen der Adern, so mussten natürlich auch die grossen Harz -
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Kanäle der Nadelhölzer Adern sein.
lim zu ermitteln, was er Fasern (ing) nannte, müssen wirauf Aristoteles zurückgehen, der bei den Thieren zweierlei Fasernunterschied. Von der einen Art spricht er ausführlicher 1 ) und
1 ) Ar ist. de partib. animal. II, cap. 4. pag.