Buch III. Kap. 1. §. 30.
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kommen, und bezahlte sie mit unerhörten Preisen. Das erregtedie Speculation , man fing an zu fälschen und .schlechtes eigenesoder fremdes Machwerk unter beliebten Kamen um schweres Geldzu verkaufen. Dergleichen Betrügereien zu entdecken, das Aechtevom Falschen zu sondern, war eine Hauptaufgabe der Mitgliederdes alexandrinischen Museums; für jeden bedeutenderen Schrift-steller der Vorzeit, wie für l lippokrates, Aristoteles, Theophrastos u. s. w., arbeitete man einen Kanon, ein Verzeichniss seiner füracht erkannten Schriften, den endlich die Grammatiker Aristo-plianee und Aristarchos, Bibliothekare an der Bibliothek desßrucheion und Ptolemäos Kpiphanes, für die gesammte klassi-sche Literatur abschlossen. Offenbar mussten dergleichen Forschun-gen, wie verdienstlich sie an sich sein mochten, in den Natur-wissenschaften die Sachkenner von eigener Naturforschung ablenkenund die Grammatiker, sich auch ohne Sachkenntniss mit einerArt naturwissenschaftlicher Literatur zu befassen, ermuthigen.
Ein anderer hervorstechender Zug der naturwissenschaftlichenLiteratur des Zeitalters ist das Haschen nach dem Ausser-ordentlichen, "Wunderbaren, Zauberhaften, was dieMacht des Menschen über die Natur und seine Mitmenschen zusteigern versprach. Schon bei Aristoteles und Theophrastos fandenwir die teleologische Beziehung der Naturdinge auf den Menschenvorwaltender als billig, doch mit der reinen Lust am Begreifenauch des Alltäglichsten in der Natur noch so innig verschlungen,dass die "Wissenschaft in ihrem jugendkräftigen Emporstreben da-durch nicht merklich gehemmt ward. Je mehr aber jener achtwissenschaftliche Trieb sich abschwächte, desto anspruchsvollertrat das selbstsüchtige Verlangen hervor. Nur das in der Natur,was durch seine Seltenheit oder die Merkwürdigkeit seiner Wir-kung überraschte, Staunen erregte, fand man noch der Betrachtungwerth, ohne nach den Ursachen seines Daseins oder seines Ein-flusses zu fragen. Daher die zahlreichen Werke über Natur-merkwürdigkeiten, mtQäöoia , öenudm« , Idincfir j , und wiesie weiter genannt wurden. Aber auch dem sinnlichen Genusswie der Leidenschaft sollte die Natur fröhnen, und durch zauber-Jleyer, (it-srli. d. Botanik. I.. 15