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Erster Band.
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Buch III. Kap. 2. §. 31.

Schriftsteller: folglich, so schließe ich, war di eser Andreas höchstwahrscheinlich selbst ein junger Schriftsteller, und zwar vermuth-lich unter den jungen nicht einmal der älteste, denn er steht nichteinmal an ihrer Spitze. Ich füge noch eins hinzu. Der berühmteH er o phileer Andreas, dessen Vater sonst niemand nennt,wäre durch die Angabe desselben von Galenos sehr unpassendbezeichnet; ein jüngerer Andreas musste aber durch einensolchen Zusatz von dem llerophileer unterschieden werden.

Doch der eigentliche Knote, der uns zu dieser Abschweifungveranlasste, löst sich nicht so, wie Sprengel meinte, durch dieUnterscheidung des Chrvsariden und des llerophileer Andreas;der Andreas, den Dioskorides lobt, Galenos tadelt, war ohneZweifel derselbe, der llerophileer. Versuchen wir eine andereLösung. Angenommen , Dioskorides hätte die genaue Ivenntnissund sorgfältige Unterscheidung der einfachen Arzneimittel; Galenos dagegen die medicinischen Angaben über dieselben seinem Urtheilzum Grunde gelegt: so könnten die entgegengesetzten Urtheilebeider Kritiker gleichberechtigt sein. Vermuthlich war jedochdas des Galenos zugleich nichts weniger als unbefangen. Beinaheso oft er ihn citirt, — und er citirt ihn sein- oft. — blickt einegewisse Erbitterung gegen Andreas durch; einmal 1 ) stellt er ihnsogar ohne jeden bestimmten Anlass, bloss beispielsweise, demHippokrates gegenüber, um zu zeigen, dass die Kritik auch denCharakter nnd die sittliche Bildung eines Schriftstellers nicht un-beachtet lassen dürfe. Den Hippokrates nennt er höchst erfahrenund eifrigst die Wahrheit zu erforschen; den Andreas dagegenroh, anmassend und fern von der Würde des Hippokrates.

Den Grund dieser auffallenden Erbitterung erblickt Fabricius 2 )mit vieler Wahrscheinlichkeit darin, dass Galenos den Hippokratesbeinahe vergötterte, Andreas in einer seiner Schriften: über die

1) Galenit.* de *ub]iguratione empirica cap. 10 ad Jinem. J'ol. .V.V D. derdritten und eben so der achten lateinischen Ausgabe der Opera apud Junta*,in der Abtheilung der Libri isaguyiei. Der griechische Text ist noch ungedruckt.

2) Fab rin. bibL yraec. Ä ’JU, pay. 58.