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Erster Band.
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Buch III. Kap. 3. §. 35.

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Drittes Kapitel.

Die Magiker des alexandriniselien Zeitalters unter alt-grichischen Namen.

§. 35.

P s e u cl o - O r p h e u s.

Unverkennbar, wiewohl vielleicht noch nicht genug beachtet, istzur Zeit der Ptolemäer, neben dem freudigen Aufschwünge der so-genannten exacten Wissenschaften, das plötzliche Emporwucherndes Aberglaubens aus den niedern Schichten der Gesellschaft, de-nen es freilich nie daran fehlte, in die höheren, und von da ausin die Literatur. Verwechselt man nur den Aberglauben nichtmit jener kindlichen Freude am Sagenhaften, die uns aus Hero-dotos anlacht, oder mit jenem Mysticismus einer unergründlichenGedankentiefe, die wir an Platon bewundern: so wüsste ich ausder schönem Periode der griechischen Literatur ausser Demokritoskeinen nur einigermassen bedeutenden Schriftsteller zu nennen,den wir jenes Fehlers zeihen dürften. Alt ehrwürdigen Namenbegegnen wir zwar Schritt; vor Schritt in der Literatur der Magie,was sich aber von den Büchern mit solcherlei Namen an der Stirnnoch erhielt, oder mit reflectirtem Licht einigermassen beleuchtenlässt, kann ohne Ausnahme seine Unächtheit und späte Geburtnicht verleugnen. Ja manche erscheinen grade um so jünger,je älter ihr angeblicher Verfasser war. Nur das, unsere Bücherbis zu Adam oder den Präadamiten zurück zu datiren, blieb unsChristen Vorbehalten. Wolle man mich daher nicht ohne Prüfungeines gewaltigen Anachronismus beschuldigen, wenn ich erst jetzt,im alexandrinischen Zeitalter, auf Orpheus und Andere zu spre-chen komme, mit denen meine Vorsänger ihre Werke eröff’neten.

Nach Plinius 1 ) war Orpheus der erste, qui de herbis c u -

1 ) Plinius XXV, cap. 2 sect. 5.