271
Buch III. Kap. 3. §. 35.
stellen mag: genug die Sondernaturen waren zuverlässig noch nichtdarunter. Theophrastos '), der ausführlich auch von den Zauber-pflanzen des Homeros, Musäos, Ilesiodos spricht, der das mitorphischen Geheimnissen eng verflochtene Thrakien reich nenntan merkwürdigen besonders kräftigen Arzneipflanzen, und wenig-stens bei einer derselben ziemlich lange verweilt, — des Or-pheus gedenkt er nicht ein einziges mal. Eben so wenigkennt Aristoteles die orphischen Sondernaturen, obgleich dieselben,wie sich bald zeigen wird, vornehmlich Thierwunder enthalten zuhaben scheinen. Ein irgend bedeutendes Buch naturwissenschaft-lichen Inhalts aber, das weder Aristoteles noch Theophrastos, derErbe seiner Bibliothek, kennen, war zu ihrer Zeit in Athen , inganz Griechenland sicher noch nicht bekannt; es muss jüngersein als sie.
Das, wovon wir sprechen, muss aber auch älter sein als derEpigrammatist Archelaos, wie ich sogleich zeigen werde; unddessen Zeitalter lässt sich so ziemlich ermitteln.
Dass auch dieser Sondernaturen ( idtnrfr I) geschrieben,bezeugen Athenäos 2 ), der ihn einen C h er s onesi t e n nennt,und der Scholiast des Nikandros 3 ). Nach Diogenes Laertios 4 )waren sie in Versen verfasst (o tu icUorfi ij /ron'nag) , und zwar inEpigrammen ; auf eins derselben bezieht sich Varro 5 ), und Anti-gonos Karystios 6 7 ) erhielt uns noch einige davon. Er nennt denVerfasser etwas wegwerfend einen gewissen Archelaos, einenAegyptier, einen derer, welche dem Ptolemäos Sonderbar-keiten {.ca^ddoSa) in Epigrammen erzählten; und ein andermalcitirt er ein Epigramm von ihm aus seinem Werke von denWunderdingen (71tqi ■fravfictohüv). Harduin 1 ) unterscheidet
1) Theophrast. hist, plaut. IX, cap. 15 und 19.
2) Athen . IX , cap. IS pap. 409 C.
3) Schol. ad. Xicandr. theriac. vers. S23.
4) Diog. Laert. 11 , cap. 4 sect. 17.
5) Varro de re rustic. 111 , cap. 16 sect. 4.
♦)) Antigon. C arg st. histor. mirahil. cap. 23 und 96.
7) llarduini index auctorum etc. ad Plin. hist . nat. hb. 7, pag. 54 .